Trikes sind gut für die Männlichkeit

Wie ich vor einem Jugendlichen Reißaus nehmen wollte, ich Kinder zu Tode erschreckte und warum Trikes die Männlichkeit fördern.

Trike & Dings

Letztens sah ich eine kleine Gruppe Jugendlicher auf der Straße herumlungern. Ich werde neugierig beobachtet und ein junger Mann setzt sich ab, um mir hinterher zu ... ja was eigentlich? 

Er geht nicht und fährt augenscheinlich, denn er holt rasch auf. Ich bekomme Schiss und stelle eine höhere Stufe beim Motor ein. Ich möchte ihn abhängen. Er ruft von hinten, ich verlangsame.

Wir fahren ein Stückchen nebeneinander her, und er bewundert das Trike. 
"Sieben Jahre Streetwork und immer noch Vorurteile", denke ich.
Ich dagegen bewundere sein Fortbewegungsmittel. Es ist ein - DINGS!

Ja, wie heißt das denn? Vielleicht weiß du es?
Also, das ist so ein Teil, das man sich zwischen die Knöchel klemmt und durch Gewichtsverlagerung steuert. Wie ein Segways in ganz mini. Es war auch kein Hoverboard. Eine Scheibe, die vertikal zwischen die Füßen ragt.

Bestimmt waren wir ein toller Anblick wie wir so einträchtig mit unseren Gefährten nebeneinander her fuhren.

Mein Trike, der Kinderschreck

An einem Kindergarten ist der Weg so schmal, dass Fußgänger nicht mehr neben das Trike passen. Zwei kleine Kinder, ungefähr vier Jahre alt, spielen da alleine.

Der eine sieht mich, kreischt los und rennt zu seinem Freund, den er auf die Mauer zerrt, obwohl ich fast gar nicht mehr rolle.

"Von so was will ich auf keinen Fall überfahren werden!"

Liegeräder sind gut für die Männlichkeit!

Vorletzte Woche fuhr ich auf dem Restschnee den Berg hinunter, vorbei an Männern, die nach dem Orkan umgestürzte Bäume zersägten.

Beim Heimweg, spricht mich einer der Männer an: "Mit oder ohne Motor?"
"Raten Sie mal!"
"Sie sind so schnell bergauf - mit natürlich", lacht er. 

Es folgen die üblichen Fragen und dann:
"Ein Kumpel, der kam neulich auch mit so einem Dreirad-Teil an und hat total geschwärmt. Stimmt es, dass es so gut für den Rücken ist?"
"Ja und noch viel besser für die Männlichkeit."

Das mit der Männlichkeit hat ihn dann sehr beeindruckt. Er möchte probefahren und hat nun die Adresse eines Liegeradhändlers 😀 .


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Michael - 12. März 2018 Reply

Hallo Maria,

Sieben Jahre Streetwork auch da darf einen der Mut mal verlassen. Es ist doch nicht so leicht Vorurteile abzubauen, das merke ich bei mir auch sehr oft. Zu dem Dings, ich vermute das es sich um ein Ninebot One handelt, diese Teile können locker bis zu 30 km/h erreichen da wäre abhauen schon sehr anstrengend…

Maria als Kinderschreck, m… Aber bei so kleinen 4 Jährigen kann ein Scorpion schon ganz schön Eindruck machen. Je nach dem wie die dann auch so drauf sind entstehen lustige Begegnungen ^_~

Trike fahren und gut für die Männlichkeit, wow da hast du ihn aber so richtig beim Ego erwischt. Sieben Jahre Streetwork halt. Für mich ists eher ne angenehme Art sich fort zu bewegen muß aber gestehen das ich ein klein wenig ein schlechtes Gewissen habe weil ich mich gerade weniger mit dem Trike beschäftige. Ist ja nicht nur für die Psyche hilfreich, kennst ja meine Vorgeschichte, auch als Ausgleich nach nem Tag im Büro. Aber ich mach mir da kein Stress irgendwann passt es einfach und dann fahren wir mal Gemeinsam ein Stück 😉

Ganz lieben Gruß auch an Paul
Michael

    Maria Jeanne Dompierre - 12. März 2018 Reply

    Danke für den Kommentar und die Grüße, Michael.
    Kommt Zeit, kommt Dreirad! 🙂

    Ja, das war doch ein super Einfall, einen Mann fürs Trike zu begeistern?
    Das mache ich ab sofort öfter. So rücken die Vorzüge in den Vordergrund und nicht immer erst die Skepsis.

    Schöne Grüße an dich!

Eduard J. Belser - 13. März 2018 Reply

Guten Morgen Maria Jeanne

Mein Kommentare: «Fahre ohne Hodenweh um den ganzen Bodensee.» und «Schmerzender Hintern? Das geht mir sowas von am Arsch vorbei!»

Das Wetter wird wärmer, die Tage länger, lässt uns unserer und unsere Hintern unserer Trikes geniessen.

Ich bin gerade in der heissen Phase einer Ausstellungsvorbereitung. Sobald alles Material bei den Szenografinen und den Gestaltertern ist, fahre ich nach Freiburg und lasse meine Pinion-Schaltung einbauen.

Ich habe mich auch schon bei http://www.futurebikes.ch für den zweitägigen Wochenende-Maibummel ins Velodrome nach Grenchen und weiter nach Biel angemeldet.

Liebe Grüsse aus der Schweiz
Eduard

    Maria Jeanne Dompierre - 13. März 2018 Reply

    Hallo Eduard,

    das kannst du als Mann natürlich als lustigen Reim von dir geben 😀

    Ich sehe, du hast große Pläne. Schön, wie du dich auf den Frühling freust!

    Viele Grüße!!

Eduard J. Belser - 17. März 2018 Reply

Hallo Maria Jeanne

Die Freude auf den Frühling muss noch warten. Heute Abend soll es noch einmal bis ins Mittelland hinunter schneien. Für nächsten Samstag ist sonniges Wetter mit bis zu 11 °C vorhergesagt. Danach wird es noch einmal feucht-kalt. D.h. der eine Tag mit passendem Wetter reicht noch nicht für die Fahrt nach Freiburg und zurück zum Einbau der Pinion-Schaltung.

Aber der einen schöne, warme Tag wäre für die seit langem geplante ausgiebige Testfahrt mit dem HaseBikes TRIGO UP geeignet. Ich werde beobachten, wie sich die Wetterprognose nächste Woche entwickelt und mich dann allenfalls bei HaseBikes Schweiz melden. Beim TRIGO habe ich übrigens noch festgestellt, dass es zu diesem eine grosse Auswahl an Logistikzubehör von RackTime gibt, das auf den zum TRIGO lieferbaren Korbhalter passt. Besonders ins Auge gestochen hat mir ein Gepäckträger mit grosser, dazu passender Kunststoffwanne. Das Ding nennt sich RackTime Boxit large. Ich werde das dann in meinen Testbericht einbauen.

Bei Jack Wolfskin habe ich mir noch günstig eine grössere Bauchtasch gekauft, die praktischer eingeteilt ist als die Alte. Sie ist bereits mit Velo-Portemonnaie, Tierabwehrspray usw. bepackt und hängt neben dem Helm.

Liebe Grüsse aus der Schweiz
Eduard

Eduard J. Belser - 22. Juli 2018 Reply

Guten Morgen Maria Jeanne

Gestern war ich mit dem Gekko auf dem Solothurner Markt und musste für den Rückweg wegen des Regens in die Bahn verladen. Was stand da bei der Ankunft in Egerkingen im Schutz des Bahnsteigdachs? Rund dreissig meist ältere Männer mit herausgeputzten Zweitaktmofas, SUV und grossem Serviceanhänger mit Werbeaufschrift «Töffli-Touren».

Ich habe mich gefragt: Gibt es etwas peinlicheres als eine Horde alter Säcke, die mit verklärtem Grinsen im Gesicht auf diesen jämmerlich stinkenden, nervend lärmenden Zweitaktern durch die Gegend kurven und meinen sie könnten damit die Zeit bzw. ihr Altern anhalten? Ob die auf dem Sattel bis zur Taubheit durchvibrierte Männlichkeit nach solchen Fahrten noch etwas taugt ist eine weitere Frage?

Diese grauenhaften Fahrzeuge gehören in die Museen oder in die Schrottpresse, aber sicher nicht mehr auf die Strasse. Heute fährt man doch, wie wir, abgasfreien und flüsterleise mit Hybrid-Muskelkraft-Elektro-Velos. Seine Mitmenschen mit Zweitaktergestank und Lärm zu belästigen ist einfach nur egomanisch, rücksichtslos und vorvorgestrig. Wenn ich auf meinem Gekko von so einem Stink-Mofa überholt werde, wird mir jedesmal übel. Leider erleben sie derzeit einen zweiten Frühling und werden zum Kult hochgejubelt.

Übrigens wurden diese Fahrzeuge in den 1970ern als sie in der Schweiz aufkamen mit Bezeichnungen, wie «Arschbackenvibrator», «Hödi», «Taschengeldzerstäuber», «Pubertätsbeschleuniger», «Christenverfolger» usw. betitelt. Die Polizei war ständig auf der Jagd nach frisierten Exemplaren, die mit mehr als den erlaubten 30 km/h fuhren. Helm- und Katalysatorpflicht setzten dann in den 1990ern dem Boom zum Glück ein Ende.

Liebe Grüsse aus der Schweiz
Eduard

    Maria Jeanne Dompierre - 22. Juli 2018 Reply

    Lieber Eduard,

    deine Verärgerung kann ich verstehen, betrachtest du ja vieles unter dem Aspekt des Umweltschutzes und der Nachhaltigkeit.

    Andererseits: Wenn das eine so große Gruppe war, gehe ich davon aus, dass sich hier Jugendfreunde getroffen haben, die noch mal Spaß haben wollen auf ihren ersten motorisierten Gefährten. Für diese These spricht das von dir beschriebene Grinsen. Das empfinde ich nicht als sehr bedrohlich, die wenigsten werden im Alltag damit fahren. Gönnen wir ihnen die gute Zeit miteinander!

    PS: Was glaubst du, wie Nicht-Liegeradler uns beschreiben, wenn sie uns sehen? Inklusive unser Gesichtsausdruck 😀

Kimie - 22. Juli 2018 Reply

Toleranz ist wohl nicht jedermanns Sache….Nicht jeder kann sich nun mal so ein hybridbebriebenes Fahrzeug leisten. Das bleibt leider ein Luxus. Wir sollten froh sein, dass wir zu den Glücklichen gehören, die das können und nicht diejenigen verpönen, die es nicht können. Außerdem ist ein Liegerad auch nicht jedermanns Sache. Wenn die Herren schon älter waren, darf man mutmaßen, dass sie mit ihrer Rente zurechtkommen müssen. Da kann nicht jeder mal eben mehrere tausend Euro in die Hand nehmen, und mit nichtmotorisierten Rädern kommt auch nicht jeder mehr gut voran, erst recht im Alter.

Die Herren hatten doch offensichtlich ihren Spaß (wie an dem Grinsen zu erkennen war). Ist doch schön, dass sie nicht vor dem Fernseher oder in der Puschenkneipe versauern. Ich bin in meiner Jugendzeit auch so ein richtig schickes, und aufgemotztes Teil gefahren und denke gerne daran zurück. Später war es das Motorrad, das mir ebenfalls eine sehr schöne Zeit bescherte.

Wir würden ja gerne mit unseren Liegerädern aus der Nische herauskommen, was aufgrund des Preises wohl nie ganz gelingen wird. Aber dass wir uns jetzt arrogant über alle anderen erheben, die das nicht können oder nicht wollen bzw. eine andere Leidenschaft verfolgen, kann es wohl auch nicht sein, ebensowenig wie die ‘geknickte Eitelkeit’, von einem anderen Fahrzeug überholt zu werden. Wenn wir das Ziel hätten, schneller zu sein als andere, würden wir sicherlich ein anderes Fortbewegungsmittel wählen.

Eduard J. Belser - 22. Juli 2018 Reply

Liebe Kimmi, liebe Maria Jeanne

Ich habe diese Stinkdinger schon in den 1970ern gehasst als sie aufkamen. Gegen Gestank und vermeidbaren Lärm bin ich allergisch, da lebe ich die Intoleranz aus. Die stinkenden, lärmenden Mofas sind zu dem nicht billiger als unsere abgasfreien, leisen Liegetrikes, im Gegenteil. Sie sind sicher keine erschwingliche Alternative für Menschen, die sich kein Liegetrike leisten können.

Das mit der Erschwinglichkeit der Liegetrikes ist dank den preisgünstigenTRIGOs von HaseBikes auch nicht mehr so ganz richtig. HP Velotechnik hat mit dem Gekko US ebenfalls ein erschwingliches Einsteigermodell im Sortiment, das demnächst offenbar auch in Europa angeboten werden soll. Mit seiner giftgrünen Farbe und der einfachen aber gut gewählten Ausstattung könnte es auch Jüngere ansprechen. Ich hoffe, dass diese Einsteigermodelle bald häufiger auf den Strassen zu sehen sein werden und wir nicht mehr so arg in der Minderheit sein werden.

Liebe Grüsse
Eduard

Kimie - 23. Juli 2018 Reply

Hallo Eduard,
ich bin nicht darüber informiert, wieviel zur Zeit ein TRIGO oder ein Gekko US kostet. Ein Mofa oder Mofaroller (bis 25 km/h) ist jedoch bereits ab ca. 1000 Euro zu haben. Für nur geringfügig mehr gibt es bereits die nächst höhere 50 -cm/3- Klasse (Roller, Moped bis 50 km/h). Wenn die von dir genannten Modelle da preislich mithalten können, hättest du zumindest mit der finanziellen Argumentation Recht. Es bliebe höchstens die Frage, wieviel eine Liegerad in der Preisliga wirklich taugt oder ob und inwieweit man da qualitativ oder vom Spassfaktor her Abstriche machen müsste.

Nun kommt noch die Schwierigkeit, sich ein Liegerad zuzulegen. Das heißt, man benötigt Informationen, muss Probefahrten machen, da dieses Fahrgefühl liegend auf zwei oder drei Rädern für viele erst einzuschätzen ist, wenn sie es selbst probiert haben. Um all dies herauszufinden und umzusetzen, bin ich ca. 1000 km gefahren, da diese Räder nun mal nicht allerorts vertreten sind. Aus dem gleichen Grund muss man weiterhin weite Wege und Umständlichkeiten für Inspektionen und Reparaturen inKauf nehmen, denn nicht jeder kann alles selbst machen. Bei den verbrennenden Zweirädern ist das wesentlich leichter bzw. sogar privat hat man da schon eher mal eine helfende Hand, während sich kaum jemand an ein Liegerad herantraut., oft nicht einmal die ‘normalen’ Fahrradhändler.

Und im Sinne der Umweltverträglichkeit darf man ja auch nicht leugnen, dass ein elektrifiziertes Fahrrad zwar nicht während der Fahrt stinkt und lärmt, aber die wenigstens beziehen ihren Strom wohl aus Solarzellen, sondern eher aus einer haushaltsüblichen Steckdose.

Ich will hier sicherlich keine Abwerbung für Liegeräder machen, ob nun elektrifiziert oder nicht. Schließlich fahre ich ja selbst eins. Man sollte nur die Kirche im Dorf lassen, bevor man sich derart über andere erhebt. Außerdem wollen wir doch ‘Fans’ gewinnen. Das tut man am wenigsten, indem man andere beschimpft, beleidigt und demoralisiert. Das erzeugt nur Abwehr und Vorurteile uns Liegeradlern gegenüber. Viel geschickter wäre es, im positiven Sinne Überzeugungsarbeit zu leisten.

Ich stelle mir gerade vor, mir wäre jemand zu Beginn meiner Nachforschungen so krass begegnet, dann hätte ich bestimmt recht schnell den Eindruck gewonnen, dass ich es mit einem ‘alten Ökosack’ zu tun hätte. Wenn man so angegriffen wird, hört man doch gar nicht mehr zu. Wenn du möchtest, dass Menschen dir zuhören oder du sie für deine Ideen begeistern möchtest, musst du ihnen schon etwas anders begegnen.

Übrigens: ein Jungspund bist du doch auch nicht mehr. Ab wann ist man eigentlich ein ‘alter Sack’… – 🙂

Zum Glück hast du mit diesen ‘Herren’ wohl nicht selbst gesprochen, sondern nur hier mal Dampf abgelassen. Ich wollte nur mal zum Nachdenken anregen, bevor du mal mit solchen ‘stinkenden Zweiradfahrern’ persönlich ins Gespräch kommst…

Viele Grüße
Kimie

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