Pinion-Schaltung mit GoSwiss Drive Motor – Erfahrungsbericht

Eduard Belser ist nach der Testfahrt von der Pinion-Schaltung so begeistert, dass sein Pedelec damit nachgerüstet wird. HP Velotechnik kam dem vielfachen Wunsch ihrer KundInnen nach und bietet die Pinion-Schaltung nun auch für
seine Liege(drei)räder an. 
Hier teilt Eduard Belser mit uns seine Erfahrungen.

Begeisternde Pinion C1.12-Schaltung

Gastbeitrag von Eduard J. Belser

Am 22. November 2017 war es soweit. Am Vorabend kam vom Radhaus in Freiburg die Nachricht, dass der HP Scorpion fx 26“ mit GoSwiss Drive-Antrieb und Pinion C1.12- Tretlagerschaltung für die vereinbarte Probefahrt bereit stehe.
Die Wetterprognose verhiess warmes, trockenes Herbstwetter.  Am Morgen fuhr ich mit der Bahn nach Freiburg zum Radhaus. Dort folgte das erste Probesitzen mit dem niedrigen Netzsitz und der Frust, dass ich von diesem nicht ohne fremde Hilfe aufstehen konnte. Nach dem Wechsel auf den höheren Netzsitz, den HP Velotechnik zum Glück mitgeschickt hatte, klappte es mit dem Aufstehen. Trotz Einfederns des Hinterrades. 

Optischer Eindruck 

Gegenüber der ursprünglichen, mit einem Gehäuse aus gefrästem Alu ausgerüsteten P-Linie, wirkt die neue C-Linie mit Gehäuse aus Magnesiumdruckguss auch in Natura deutlich zierlicher und eleganter. Deshalb liegen die Pedale seitlich näher beieinander (fachchinesisch: Q- Faktor 166 mm), was der Ergonomie zugute kommt und die seitliche Belastung des Tretlagerauslegers vermindert.

Urheberrechte der folgenden drei Fotos: Pinion GmbH - mit freundlicher Genehmigung
Quelle: https://pinion.eu/presse/

P-Linie

P-Linie

C-Linie

HP Velotechnik hat die Pinion-Schaltung um 180° gedreht montiert. Mit der Unterseite nach oben, am Tretlagerausleger aus dickwandigerem Alu-Rohr. So lassen sich die Schaltzüge ohne Umlenkung nach hinten führen. Die mattschwarze Schaltung ist perfekt in den ebenfalls mattschwarzen Tretlagerausleger integriert.

Auffallend ist das mit 46 Zähnen recht grosse Kettenrad mit Hosenschutzscheiben vorn an der Schaltung. Hinten fallen das mit 36 Zähnen – bei 20“-Hinterräder 28 Zähne – sehr grosse Ritzel und der hochwertige Kettenspanner mit den grossen Rollen auf. Die grossen Durchmesser dieser Teile der Kettenführung schonen die Kette.

Der ganze Antriebsstrang wirkt sorgfältig durchgestaltet, präzise verarbeitet, edel und aus einem Guss. Ein Augenweide und ein velotechnischer Leckerbissen! Im ersten Augenblick hat mich irritiert, dass sich die Pedalen wegen des zusätzlichen Freilaufs in der Pinion-Schaltung rückwärts drehen lassen, ohne dass sich die Kette mitbewegt. 

Pinion Schaltung am Liegetrike

Fotos: Eduard Belser - mit freundlicher Genehmigung

Pinion-Schaltung Seitenansicht
Lenkergriff mit Pinion-Schaltung am Liegetrike

Fahreindruck

Zuerst ging es in der Ebene auf ruhigen Strassen durch Freiburg Herdern, um ein Gefühl für die im Vergleich zu meinem Gekko ungewöhnlich hohe Sitzposition, die gekoppelten Vorderradbremsen und die Schaltung zu entwickeln. Auch bei hoher Geschwindigkeit bleibt die Tretfrequenz im angenehmen Bereich. Die gleichmässig abgestuften Gänge lassen sich leicht und präzise schalten und rasten fühlbar ein.

Der von HP Velotechnik verlängerte Drehgriff der Schaltung ist angenehm zu bedienen. Beim Schalten muss, wie auch bei der Rohloff-Schaltung, etwas Druck von den Pedalen genommen werden, aber daran gewöhnt man sich rasch. Da das Getriebe noch nicht eingefahren war, war es noch nicht ganz so geräuschlos, wie erwartet, aber darauf wird in der Anleitung ausdrücklich hingewiesen.

Danach wagte ich mich in die Hügel durch die Villenquartiere unterhalb des Hotels Merkur und dann hinauf zum Restaurant Dattler am Schlossberg. Dort blieb ich in einer sehr steilen Haarnadelkurve fast stecken, weil ich aus Versehen einen zu hohen Gang einlegte.

Die Steigfähigkeit im ersten Gang und der Unterstützungsstufe 5 des GoSwiss Drives ist beeindruckend und genügt auch meinen hohen Ansprüchen. Die Pinion-Schaltung und der kräftige GoSwiss Drive arbeiten perfekt zusammen. Auf die Kette wirkt nur die Muskelkraft. Die Kraft des Motors wird direkt ins Hinterrad geleitet. Das schont Tretlagerausleger, Rahmen, Kettenführung und Kette. 



Entfaltungen im Vergleich (zurückgelegte

Strecke je Pedalumdrehung) 

mit 20“-Hinterradd: 


Pinion C1.12 12-Gang Tretlagerschaltung 

XT 27-Gang Kettenschaltung 

Rohloff Speedhub 500/14 (mit 26“-Hinterrad 1,71 – 9,00 m)

Shimano Steps-Antrieb mit automatischer Nexus/Di2 8-Gang Nabenschaltung


1,35 – 8,21 m 

1,76 – 8,20 m 

1,45 – 7,63 m 

2,19 – 6,64 m 


Vergleich der Pinion-Schaltung mit anderen Schaltungen

Der Vergleich zeigt, dass die Spanne zwischen der kleinsten Entfaltung für das Bewältigen steiler Steigungen und der grössten Entfaltung für schnelles Fahren in der Ebene bei der Pinion-Schaltung am grössten ist. Die 27 Gänge der Kettenschaltung täuschen, viele davon überschneiden sich und bringen damit keinen praktischen Nutzen. Zudem lässt sich eine Kettenschaltung nicht im Stand schalten, was bei Liegetrikes/Liegerädern besonders nachteilig ins Gewicht fällt. Andererseits lässt sich die Kettenschaltung auch unter Volllast schalten. Bei den Tretlager- und Nabenschaltungen muss dafür der Pedaldruck etwas zurückgenommen werden. 

Die mit dem von HP Velotechnik ebenfalls lieferbaren Shimano Steps-Antrieb kombinierte Nexus-Nabenschaltung schneidet am schlechtesten ab, d.h. sie ist eher für flacheres Gelände und weniger ambitionierte FahrerInnen geeignet. Dafür schaltet sie beim Anhalten automatisch in einen vorwählbaren, tiefen Gang zum Anfahren herunter, was sehr komfortabel ist. Die ebenfalls gut abschneidende, hochwertige 14-Gang Nabenschaltung von Rohloff lässt sich leider konstruktionsbedingt nicht mit dem GoSwiss Drive-Antrieb und derzeit auch nicht mit dem Shimano-Steps-Antrieb einsetzen. 

Wartungsaufwand und Wirkungsgrad

Beim Wartungsaufwand sind Tretlager- und Nabenschaltungen, bei denen das ganze Getriebe vor Wasser und Staub geschützt und gekapselt im Ölbad läuft, gegenüber der Kettenschaltung klar im Vorteil. Das brutale Hin- und Herwürgen beim Gangwechsel über die ungeschützt Wasser und Staub ausgesetzten Zahnkränze, lässt die Kette vergleichsweise rasch verschleissen.
Auch ist das bei 20“-Hinterrädern besonders tief herunterhängende Schaltwerk anfällig auf Beschädigungen. Zudem können bei den Tretlager- und Nabenschaltungen breitere und damit solidere Ketten verbaut werden. Bei konventionellen Velos können alternativ statt der Kette die besonders wartungsarmen Zahnriemen eingesetzt werden. 

Beim 20" Hinterrad ist das Schaltwerk nur wenige Zentimeter über der Fahrbahn.

Der Wirkungsgrad ist bei – aber nur bei regelmässig gut gewarteten – Kettenschaltungen am besten, mit geringem Abstand folgen die hochpreisigen Schaltungen von Pinion und Rohloff. Merklich schlechter ist er bei der preiswerteren Nexus-Schaltung.

Beim System Velo-Mensch ist der Mensch bei weitestem die gewichtigste Komponente, weshalb kleinliche Vergleiche von leichteren und schwereren Schaltungen für die Praxis unerheblich sind. 

Unterm Strich schneidet bei mir in allen Belangen die kostenintensive Pinion-Schaltung am besten ab. Sie lässt sich problemlos nachträglich mit dem GoSwiss Drive Hinterradantrieb verbinden. Auch deshalb lohnt sich diese Investition aus meiner Sicht doppelt.
Der Mehrpreis von EUR 1’290.– bis 1’590.– ist angesichts der hohen Qualität, des gebotenen Komforts und der geringen Wartungskosten der Pinion-Schaltung gerechtfertigt. Das Nachrüsten ist noch etwas teurer als die Ausrüstung ab Werk, da der Tretlagerausleger und Teile der bestehenden Kettenführung ersetzt werden müssen.

Der neue Tretlagerausleger mit der Pinion-Schaltung kann grundsätzlich bei allen neueren Räder von HP Velotechnik nachgerüstet werden. Sicherheitshalber sollte aber doch mit der Rahmennummer im Krifteler Werk nachgefragt werden. 

Gekko bekommt Pinion-Schaltung

Mein Entscheid war rasch gefällt:
Die Kettenschaltung am GoSwiss Drive Motor wird durch die Pinion-Schaltung am Tretlager ersetzt.
Leider werde ich dann auf den zweigängigen, mit den Fersen bequem zu schaltenden Schlumpf HighSpeedDrive am Tretlager verzichten müssen. Aber das lässt sich verschmerzen.

Nach dem Zurückbringen des Scorpions habe ich mit Bea gleich das weitere Vorgehen besprochen. Noch am Abend habe ich die Zusatzwünsche bei der Beleuchtung, nach einem grösseren Rückspiegel und einem neuen Warnwimpel nach Freiburg gemailt. Am nächsten Morgen hatte ich bereits die Kostenzusammenstellung für das Material und konnte die Anzahlung für die Materialbestellung auslösen.

Das Material ist bei HP Velotechnik bestellt und wird beim Radhaus für mich bereitgehalten. Sobald einige trockene, wärmere Frühlingstage angesagt sind, werde ich den Gekko nach Freiburg zum Umbau fahren und den Rückweg, mit dem neuen Pinion-Schaltgefühl, doppelt geniessen. 

Radhaus Freiburg

Foto: Team Radhaus - Liegeradspezialisten
Mit freundlicher Genehmigung zur Veröffentlichung.


Mein herzlicher Dank gilt HP Velotechnik, die den Scorpion zur Verfügung stellten und dem Radhaus-Team mit Bea, Harry und Marc, die sich um mich und den Scorpion, wie gewohnt, engagiert und professionell kümmerten. 

Eduard Belser - Gastbeitrag LiegeradFrau Blog

Eduard J. Belser

Dipl.-Ing. ETH

Begeisterter HP Velotechnik Gekko-Fahrer, lebt in einem Dorf am Jurasüdfuß zwischen Olten und Solothurn in der Schweiz.


Er befasst sich professionell mit historischen Verkehrsmitteln wie Pferdefuhrwerke, Eisenbahnen und Dampfschiffe und bereist gerne historische Städte per Bahn.


Samstags kauft der leidenschaftliche Hobby-Koch und Feinschmecker in Solothurn (Zitat: "die schönste Barockstadt der Schweiz") frisch auf dem Markt ein, am liebsten mit seinem motorisierten Gekko. Fastfood und lieblos verkochte Gerichte sind ihm ein Graus.


Eduard liebt klassische Musik, die mediterrane Küche und guten Wein.


Was er nicht besonders mag ist Fliegen und Auto fahren (aber mit einem Zeppelin würde er sehr gerne mal über den Bodensee "fliegen").


Leave a Reply 64 comments

Juan - 20. Januar 2018 Reply

Hallo, ich bin leider nicht ganz so zufrieden mit der Pinion, die ich an meinem Scorpion FS26 von einem anderen Anbieter gekauft habe. Allerdings ohne Nabenmotor. Ich war mit der 27er Kettenschaltung flotter bei Steigerungen und Waldwegen unterwegs als mit der Pinion C112. Ob ich es mit der von HP angebotene 36er Ritzel, 46er Kettenblatt und neuer Kettenführung besser wird? Abgesehen davon ist der Ölbad zweimal kurz hintereinander ausgelaufen. Für die Reparatur war das Fahrrad insgesamt über ein Monat ausser Gefecht weil das Getriebe immer wieder ins Pinion-Werk eingeschickt werden musste.

    Maria Jeanne Dompierre - 20. Januar 2018 Reply

    Das ist ja sehr schade, Juan. Danke für das Teilen deiner Erfahrungen mit uns.
    Ich hoffe sehr, dass du nicht weiterhin auf dein Trike verzichten musst und nun alles in Ordnung gebracht werden konnte.
    Ein Monat ohne Trike! Schwer vorstellbar …

    Eduard J. Belser - 21. Januar 2018 Reply

    Hallo Juan

    So etwas ist sehr ärgerlich, aber leider grundsätzlich bei jeder Technik möglich. Deshalb habe ich auch als Ingenieur nie daran geglaubt, dass es absolut sichere AKWs gäbe und dass diese Technologie überhaupt zu verantworten sei. Ich hoffe, dass Dein Problem jetzt endgültig gelöst ist und die Pinion-Schaltung tadellos funktionieren und Dir Freude bereiten wird.

    Viel Glück und Grüsse aus der Schweiz
    Eduard

Maria Jeanne Dompierre - 20. Januar 2018 Reply

Eduard,

danke für diesen anschaulichen Bericht!
Ich bin schon gespannt wie deine Langzeit-Erfahrung ausfallen wird. Hoffentlich kannst du bald nach Freiburg fahren und musst nicht allzu lange warten.

Ich finde es sehr schön, wie du deine Zufriedenheit mit den Liegeradfachkräften im Radhaus beschreibst. Oft bekommen wir ja eher Beschwerden über Werkstätten zu lesen. Wenn da jemand eine frohen Herzens gerne empfiehlt, ist das ein guter Tipp.

Kai Bäumer - 20. Januar 2018 Reply

Vielen Dank für den Test und ausführlichen Bericht.
Ich habe mir übrigens zu Weihnachten selbst mein erstes Trike (Scorpion Plus 26 mit mittlerer Sitzposition Ergomesh XL) mit Go Swiss Drive gegönnt und auf Risiko ebenfalls die Pinion-Schaltung bestellt, obwohl das Scorpion Plus beim Testen eine Kettenschaltung hatte und habe es nicht bereut.
Schön dass nun ein erfahrener Trikefahrer bestätigt, dass es offenbar keine schlechte Kombination ist.

Dass das Fahren mit dem Trike trotz bei mir bestehender muskuläre Probleme einen Riesenspass macht und auch zu meinen Beinmuskeln letztlich gutmütig ist, steht jetzt schon längst fest.

Ich wünsche viel Spaß mit der zukünftigen Pinion-Schaltung am Gekko.

Viele Grüße aus (West-)Westfalen
Kai

    Maria Jeanne Dompierre - 21. Januar 2018 Reply

    Lieber Kai,

    herzlichen Glückwunsch zu deinem Scorpion! Das waren ja besonders schöne Weihnachten.
    Dein Mut, die Ausstattung mit Pinion zu wählen, ohne das vorher getestet zu haben, hat sich offensichtlich gelohnt. Hoffentlich 🙂

    Im Laufe des Jahres kommen wir bestimmt auf das Thema zurück, zumindest in den Kommentaren. Wenn du und Eduard dazu etwas sagen, wäre das famos. Zwei Meinungen sind immer besser als nur eine. Auch die unerfreuliche Erfahrung von Juan trägt zu einem runden Bild bei.

    Deinen doppelten Kommentar habe ich gelöscht. Das lag daran, dass der erste noch nicht frei geschaltet war. (Und bei Tippfehlern spiele ich gerne die gute Fee 🙂 )

      Kai Bäumer - 21. Januar 2018 Reply

      Hallo Maria Jeanne,

      vielen Dank. Ja, es waren besonders schöne Weihnachten ;-).
      Mal abwarten, ob der gute Eindruck sich auf Dauer bestätigt.

      Für Juan tut es mir echt leid. Ich drücke die Daumen, dass seine Probleme sich nicht wiederholen.

    Eduard J. Belser - 21. Januar 2018 Reply

    Hallo Kai

    Schön, dass Du dich auf Risiko für die Pinion-Schaltung entscheiden konntest und damit glücklich bist. Ich fahre seit 2002 Liegetrike. Beim Kauf des Gekkos 2011 habe ich mich auch auf Risiko für die Kombination aus stufenloser NuVinci N360 Nabenschaltung und zweigängiger Schlumpf HighSpeedDrive Tretlagerschaltung entschieden und war sehr glücklich damit. Leider musste die NuVinci 2016 dem GoSwiss Drive weichen und ich musste mich zähneknirschend mit einer veralteten, nicht im Stand schaltbaren Kettenschaltung abfinden. Nun hat HP Velotechnik die Pinion-Schaltung in einen neuen Tretlagerausleger integriert und meinen seit langen seit langem gehegten und in Kriftel immer wieder hartnäckig angemahnten Wunsch wahr gemacht. Da musste ich mir mit einer Probefahrt ein eigenes Bild machen und meinen Wunsch umsetzen.

    Sobald es mir die Zeit erlaubt und das Wetter wärmer und so trocken ist um mindestens die Strecke zwischen Basel und Freiburg mit dem Gekko zu fahren, wird der beim Radhaus wartende Umbausatz montiert.

    Liebe Grüsse
    Eduard

Eduard J. Belser - 20. Januar 2018 Reply

Hallo Maria Jeanne

Danke, aber Du hast den Bericht auch gut redigiert und schön gestaltet. Da ich seit 2011 zufriedener Kunde beim Radhaus bin, gebe ich den Tipp doch gerne an Deine Liegerad-Gemeinde weiter. Ich hoffe auch, dass ich bald Zeit finde, den Gekko nach Freiburg zu bringen und werde dann auch über die Langzeiterfahrungen mit der Pinion-Schaltung berichten.

Liebe Grüsse
Eduard

    Eduard J. Belser - 21. Januar 2018 Reply

    PS: Das Radhaus hat sich aber auch beim Bild grosse Mühe gegeben. Das ganze Team und das ganze Sortiment an Ladentesträder mit dem auf Pinion-Schaltung umgerüsteten Scorpion in der Mitte ist sorgfältig und gekonnt arrangiert und eine Visitenkarte, die Lust auf eine Probefahrt macht. So muss es sein, damit unsere Liegerad-Gemeinde wächst.

      Maria Jeanne Dompierre - 21. Januar 2018 Reply

      Ich finde auch, dass das Foto ganz toll ist.
      Extra für uns aufgenommen!

Maria Jeanne Dompierre - 21. Januar 2018 Reply

Eduard,

wegen des Sitzes wollte ich noch etwas schreiben.
Dass du das Einfedern so unangenehm fandest, liegt bestimmt auch daran, dass du es nicht gewohnt bist.
Ich habe noch nie von jemandem sonst gehört, dass das ein Problem gewesen sei. Und da gibt es wesentlich schwerere und unbeweglichere Menschen als du.

Eine Federung muss auch passend auf den Fahrer eingestellt sein.

Dass es bequemer ist, einen höheren Sitz zu haben, glaube ich sofort.
Wäre ich in der schönen Lage, mir morgen ein neues Scorpion zu bestellen, wäre das ein Scorpion Plus mit mittlerer Sitzhöhe, wie in meinem Test mit dem roten Scorpion. Ich habe zwar gar keine Rückenschmerzen und bin voll beweglich, aber der Komfort ist doch nicht zu verachten. Nur meinem Schalensitz würde ich treu bleiben wollen.

Eduard J. Belser - 21. Januar 2018 Reply

Liebe Maria Jeanne

Leider bin ich mit einer recht beachtlichen «Erbmasse» belastet. Aus dem tiefen, aber ungefederten Gekko kann ich mit einem Ruck dennoch problemlos aufstehen. Beim gefederten Scorpion verpufft dieser Ruck im Einfedern. Selbstverständlich hat mir Marc die Federung im voraus hart eingestellt, dennoch mussten wir auf den höhere Sitz wechseln und dessen ungewohnte Höhe irritierte mich dann beim Fahren. Ich getraute mich nicht so rassig in die Kurven zu gehen, wie mit meinem vertrauten, niedrigeren Gekko, bei dem ich den Grenzbereich gut ausgelotet und im Gefühl habe. Das schönste am Liegetrike fahren ist doch das mit Tempo durch die Kurven ratzen. D.d. mein Hintern hat sich für meinen Gekko entschieden, deshalb wir er mit der Pinion-Schaltung nachgerüstet.

Allerdings könnte HP Velotechnik einen vom Lenker aus feststellbaren Dämpfer in die Hinterradfederung einbauen und so das Aufstehen aus dem Scorpion erleichtern. Das würde nicht allzuviel kosten und liesse sich auch als innovative, federungsdynamische Aufstehilfe plakativ vermarkten. Vielleicht wird das eine der Neuheiten zur EuroBike 2018 sein. Lassen wir uns überraschen.

Liebe Grüsse aus der Schweiz
Eduard

    Kai Bäumer - 21. Januar 2018 Reply

    Hallo Eduard,

    an meinem Scorpion Plus mit Ergomesh ( nicht der hohe “Thron”)habe ich die stabile Aufstehhilfe mitinstallieren lassen.
    Das Einfedern beim Aufstehen ist damit kein Problem. Es wäre aber in der Tat auch keine schlechte Idee, stattdessen ggf. die Federung vom Sitz aus mit einem feststellbaren Dämpfer beeinflussen zu können.
    Vielleicht wird Dein Vorschlag von HP ja mal umgesetzt. Sie arbeiten ja offenbar ohnehin ständig an der Weiterverbessserung.

    Viele Grüße
    Kai

Eduard J. Belser - 21. Januar 2018 Reply

Liebe Maria Jeanne

Jetzt giere ich nach der noch bevorstehende Testfahrt mit dem HaseBikes TRIGO UP mit Shimano-Antrieb. Dieses begeistert mich vom innovativen Konzept her sehr. und vom Weglassen alles nicht unbedingt benötigten, was den Preis attraktiv macht. Allerdings weiss ich bereits jetzt, dass ich es nicht gegen meinen Gekko eintauschen würde. Mein Hintern würde da sicher ein klares Veto einlegen. Aber mit dem TRIGO UP können bestimmt viele Menschen für ein Liegetrike begeistert werden, die sich nie einen Gekko oder einen Scorpion kaufen würden und das ist entscheidend. Das TRIGO UP könnte auch für Hotels als Zusatzangebot für Gäste, für Familien als mitwachsendes – wie der HP Gekko fxs – aber erschwinglicheres Liegetrike usw. sehr interessant sein.

Das Design mit der weit nach vorne gestellten Gabel und dem Geweihlenker spricht sicher die EasyBiker-Sehnsüchte vieler in die Jahre gekommener Alt-68erInnen an.

Vor allem verspreche ich mir aber vom TRIGO UP,die Lösung für das Problem meiner Schwester, die sich nicht getraut ihr konventionelles E-Bike zu benutzen.

Liebe Grüsse
Eduard

    Maria Jeanne Dompierre - 21. Januar 2018 Reply

    Eduard, du wirst deine Schwester schon noch zum Trike bekommen! Ich glaube auch, dass das Trigo ein gutes Einsteigermodell für sonst überzeugte Aufrechtradler ist.
    So eine Schnittstelle zwischen Liege- und Aufrechrad ist was Tolles.

    Damit würde deine Schwester sicherlich eher fahren als diese Unsicherheiten bekämpfen müssen, die sie auf ihrem konventionellem Pedelec erlebt hat. Der Spaßfaktor hilft bestimmt auch bei der Genesung und wenn ihr beiden bei gemeinsamen Touren auf Augenhöhe radeln könnt, umso besser.

    Früher gab es noch das Spirit von HP Velotechnik, das auch so ein Hybrid oder Übergangsmodell war. Das hätte ich mir damals um ein Haar gekauft, bevor ich mich dann doch für ein “richtiges” Liegerad, den Grasshopper, entschied.

Bea - 21. Januar 2018 Reply

Liebe Maria , lieber Eduard Belser und Hallo an Alle ,

ganz herzlichen Dank für Euere tollen Kritiken an’s Radhaus in Freiburg !
Harry , Marc und ich freuen uns sehr , zu Euerem informativen und spaßigen Blog eingeladen zu sein .

Zu Eduard’s Mühen mit der Hinterbaufederung am Scorpion möchte ich gerne nachtragen , daß die Druckstufe des nachrüstbaren Luftfederelementes ‘RockShox Monarch RL’ blockiert werden kann .
Da würde das Aufstehen bestimmt leichter fallen . Allerdigs ist es nicht ganz billig und möchte gelegentlich aufgepumpt werden . ..

Viele Grüße
Bea

    Maria Jeanne Dompierre - 22. Januar 2018 Reply

    Liebe Bea,

    danke für deine Zeilen! Ich freue mich, dass nun zum ersten Mal seit es diesen Blog gibt, sich auch mal eine Fachperson, die in einem Beitrag erwähnt wird, äußert. Danke für diese Premiere.

    Dein Hinweis zur Federung ist super. Damit steht ja Eduards zukünftigem Scorpion fs nichts mehr ins Wege … 😀

    Grüße ins schöne Ländle.

      Eduard J. Belser - 22. Januar 2018 Reply

      Guten Morgen Maria Jeanne

      Ich werde meinem Gekko trotzdem treu bleiben. Aber man weiss nie genau, was die Zukunft bringt und der Hinweis von Bea ist natürlich wertvoll und könnt im Falle eines Falles eine gute Lösung sein. Vielleicht bietet HP das mit einer Schaltmöglichkeit vom Lenker aus sogar offiziell an. Mein Vorschlag mit den grösseren, weiter aussen befestigten Transportrollen am gefalteten Gekko wurde ja auch von HP umgesetzt und funktioniert.

      Liebe Grüsse
      Eduard

Mike - 22. Januar 2018 Reply

Hallo Eduard,

habe schon darauf gewartet von dir was zur Pinion zu hören.
Die Pinion ist eine Schaltung, die ich auch nehmen würde.
Bleibe aber meiner Rohloff treu. Als ich diese Nachgerüstet hatte, war mir klar die “überlebt” mein Gekko 😉
Die 12 Gänge der Pinion sind komplett ausreichend. Meine 14 in der Rohloff bräuchte ich nicht immer.
Einen Nachteil sehe ich bei der Pinion in der Entfaltung. Bei der Rohloff ist diese einfacher auf den Fahrer anzupassen, siehe die Menge der Ritzel, die man einfach wechseln kann.
Habe meine Rohloff auch angepasst, aber ich hatte eine 46er Kurbel noch hier. Liege jetzt bei 1,28-6,75m Entfaltung, wünsche mir aber sehr oft eine Entfaltung von 1m, um jede Steigung hin zu bekommen, ohne dass man Gnade winselt 😉
Die Probleme von denen man mit der Pinion liest, halte ich für die Kinderkrankheiten der Schaltung.
Ob es die Probleme mit den Schaltzügen sind (was ich nicht als Problem sehe sind Verschleißteile), Schaltprobleme (im Winter) und Leck-Problem.
Die letzten Probleme könnten auf dich auch zukommen. Das Schaltproblem im Winter, was bei der Rohloff mit der Verdünnung des Öl behoben wird und der Ölverlust.
Was im Moment sehr zu sein scheint wegen Dichtungsprobleme der Ölschraube und die Probleme der Lagerung beim gefalteten Zustand. Diese hatte die Rohloff auch am Anfang, wurde aber nachgebessert.
Was mich noch etwas wundert ist die Garantie auf die Pinion. Man hat 2 Jahre Garantie darauf (C-Line) kann gegen Geld verlängern auf 5 Jahre wie die P-Line.
Die Sache mit der Garantie und die Probleme im Winter lassen mich noch zurückschrecken.
Auch der Preis des Nachrüstens ist sagen wir mal gesalzen. 1900€ plus Einbaukosten sind eine Hausnummer. Rohloff ist um die 900€ günstiger.

Etwas muss ich dich verbessern zum E-Motor. Es ist auch möglich die Rohloff mit den Steps auszurüsten über HP.
HP bietet den Steps als Nachrüstung mit Di2 als auch ohne Schaltung an. Wären dann 2400€ plus Umbau.

Mag sich alles etwas negativ anhören was ich da so geschrieben habe, ist es aber nicht.
Ich selber würde mir die Pinion auch zulegen, aber leider muss man die Pinion über den Händler umbauen lassen und der einzige Hersteller, der die sonst noch als Kit anbietet, ist Velomo. Aber man verliert die Rahmengarantie wenn man von denen einbaut.
Muss jeder selber wissen ob man das will. Wenn ich mir ein neues Trike von HP zulegen würde, würde ich auch zwischen Rohloff und Pinion wählen.

Mit E-Motor wäre das die Pinion, aber das wären dann glaube ich 4500€(inkl Motor).
Eine günstigere Variante ist da Rohloff und der Bafangmittelmotor. Da kommt man zusammen bei 2500€ raus. Wenn man selber umbaut sogar günstiger. Wenn man auf den “Krach” eines Getriebemotors nicht so steht kann man auch den Binova Flow nehmen. Der kostet auch um die 2500€.

Freue mich sehr wenn du deine Pinion hast. Gib mal Bescheid wie sie sich fährt.

Auch so das Problem, was du hattest mit dem Sitz und dem Einfedern, ist wirklich Gewöhnung. Fällt auch nur Leuten auf, die ungefedert wie wir fahren.
Hatte auch mal in einem anderen Beitrag geschrieben, dass man zum Komfortsteigern und weniger Schwitzen beim Gekko eine Ventisit-Auflage festmachen kann.
Bin begeistert von der 3cm Version. Der Komfort ist besser und das Rutschen nach vorne ist weg. Kannst dir mal überlegen die rein zu machen, es lohnt sich.

So, muss nun zur Arbeit, etwas im Schnee fahren. Ich liebe es mit dem Gekko im Schnee zu jagen^^

Beste Grüße aus dem verschneiten Westerwald

Mike

    Eduard J. Belser - 22. Januar 2018 Reply

    Hallo Mike

    Ja, zugegeben das Umrüsten auf die Pinion-Schaltung ist teuer, aber ich hatte nie ein eigenes Auto, fahre seit 1991 auch nicht mehr Auto, fliege nicht und gönne mir deshalb ein etwas besseres, teureres Liegetrike. Zusammen mit dem GA (Generalabonement = Schweizer öV-Jahresnetzkarte) habe ich eine, im Vergleich zum Auto, markant günstigere, um ein Vielfaches umweltschonendere und vor allem gesündere persönliche Mobilität, hinter der ich auch als Uralt-Grüner der ersten Stunde stehen kann. Dass in diesem, wie auch in anderen Fällen, grün sein auch noch riesig Spass macht, ist keine Schande. Ich muss mich deswegen nicht in eigenen Sack aus ungewaschener Schafwolle hüllen und Asche aufs Haupt streuen. Das ist die Rechnung, die ich für mich mache.

    In den Foren ist zur Pinion-Schaltung auch nicht mehr Negatives zu finden als zur Rohloff-Schaltung. Jede Technologie hat gewisse Restrisiken, aber bei einer Fahrradschaltung ist das akzeptabel, beim Betrieb von AKWs hingegen gar nicht, deshalb müssten dies unbedingt rasch abgeschaltet werden.

    Ich bin auf jedenfalls optimistisch, dass die Pinion-Schaltung mittlerweile ausgereift genug ist, dass ich mich daran wirklich freuen kann. Für den Notfall weiss ich auch, dass ich beim Radhaus kompetente Hilfe finde.

    Liebe Grüsse
    Eduard

      Mike - 22. Januar 2018 Reply

      Morgen Eduard,

      schön zu sehen, dass ich nicht der einzige bin, der sich automatisch rechtfertig, wenn es ums Trike geht.
      Ob es um die Anschaffung geht oder ums Aufrüsten.
      Es hat auch nichts mit “Grün” sein zu tun. Triken ist meines Erachtens eine Lebenseinstellung. Denke dann immer an der Slogan: Mut zum entschleunigen. Aber dann will man doch schneller fahren usw und rüstet auf. (Zur Info ich bastel auch gerne am Gekko rum, ist der Werkzeugmechaniker in mir).

      Mein Gekko bringt mich jetzt das 5Jahr auf die Arbeit und es zaubert mir immer noch ein Grinsen ins Gesicht.
      Gegen meine Krankheit das beste Mittel. Aber günstig ist es nicht, das weiß jeder, der ein Trike hat.
      Wenn ich in der letzten Zeit immer nach einem neuen schaue, sind immer zwischen 7000-10000€ weg. Das ist eine Menge Geld.
      Glaube aber daran, dass sich da auch was tun wird auch weil der ganze Radsektor so am laufen ist. Denn die Konkurrenz der normalen Räder ist auch Hammer. Wenn man dann überlegt, dass z.B. der Umrüstsatz vom Stepsmotor genau soviel kostet wie ein E-Bike (Neu) mit Motor, gibt mir das dann etwas zu denken.

      Ich habe den Kauf des Gekkos bis heute nicht bereut und würde ihn wieder tun. Vielleicht heute aber als 26″ und mit Motor und Pinion. Aber bis jetzt warte ich ab. Es gibt nur drei Möglichkeiten mir einen neues zu besorgen.
      1 Es wird geklaut 2 Es geht kaputt oder 3 meine Krankheit sorgt dafür, dass meine Beine nicht mehr können. Und im letzten Fall würde ich mir ein Handbike besorgen und da weiter machen, wo ich mit dem Gekko aufgehört habe.

      Wie schon gesagt bin gespannt wenn du einen Zwischenbericht zur Pinion abgibst. Wie oben geschrieben, die Probleme, die in den Foren stehen, sind Kinderkrankheiten und für mich nichts was mich stören würde. Wenn du die Pinion hast, gib mal Bescheid wie es mit der Geräuschentwicklung ist. Meine Rohloff ist bis Gang 7 “Laut” und wird dann ruhiger. Aber immer noch angenehmer als eine Kettenschaltung. Würde mich interessieren wie es ist, wenn dann die Geräusche vor einem sind anstatt hinter einem.

      mfg
      Mike

        Maria Jeanne Dompierre - 22. Januar 2018 Reply

        “Und im letzten Fall würde ich mir ein Handbike besorgen und da weiter machen, wo ich mit dem Gekko aufgehört habe.”
        Hoffentlich kommt es nie so weit, aber die Einstellung ist wirklich spitze!!!

      Maria Jeanne Dompierre - 22. Januar 2018 Reply

      Außerhalb der Liegerad-Gemeinschaft versteht das mit den Preisen sowieso niemand, glaube ich. Nach zig einschlägigen Erfahrungen, wenn ich wahrheitsgetreu Auskunft über die Kosten gab, antworte ich nun meist auf die obligatorische Frage nach dem Preis: “Viel.”

      Man gilt ja fast schon als psychisch nicht ganz gesund …

        Eduard J. Belser - 23. Januar 2018 Reply

        Eigentlich müssten sich die Autofahrer rechtfertigen, wenn sie sich zum Befördern von in der Regel einer einzigen Person einen 2,5 Tonnen und schwereren, mehrere Zehntausend EUR teuren, unnötig umweltbelastenden Stadt-Verstopfungs-Panzer (SUV) zulegen, um damit ins teure Fitnesscenter und zum Bier und Zigaretten hohlen zu fahren. Ich brauche, um mich, Einkäufe usw. zu bewegen nur meinen ca. 30 kg leichten Gekko und tue dabei erst noch kostenlos etwas für meine Gesundheit. Das müssten wir eigentlich selbstbewusst und stolz herausstreichen und das darf auch etwas kosten.

Eduard J. Belser - 22. Januar 2018 Reply

Hallo Mike

Der Gekko ist für mich Teil der Grünen Lebenseinstellung im Sektor Mobilität. Was Dein Anliegen mit der Geräuschentwicklung betrifft musste Du noch etwas Geduld haben. Die Pinion-Schaltung, die ich probegefahren habe, war noch fast neu und hat etwas mehr Geräusche gemacht als erwartet, aber eben, sie war noch nicht eingefahren. Das wird dann auch bei meiner am Anfang noch so sein.

Die Geräusche habe ich eher von unten als von vorne wahr genommen. Ich denke das könnten Resonazen zwischen Antriebsstrang und Rahmen sein, aber genaueres werde ich auch erst im Sommer wissen, wenn die Pinion-Schaltung eingefahren ist. Aber Hauptsache, das Gerassel der Kettenschaltung und das Gefühl beim Schalten «jetzt fällt der vorsinflutliche Murks gleich auseinander» sind weg. Der analytisch denkende Ingenieur ETH in mir kann sich einfach nicht wirklich mit einer Kettenschaltung anfreunden.

Liebe Grüsse
Eduard

Finn - 25. Januar 2018 Reply

Ist die Pinionschaltung eine wirklich tolle und innovative Lösung? Ja
Ist die Pinionschaltung einer Kettenschaltung überlegen? In technischer Hinsicht ja. Der genannte Vorteil, dass eine Kettenschaltung unter Last geschaltet werden kann, würde ich relativieren. Es geht, wer aber so etwas dauerhaft macht, muss sich nicht wundern, wenn das System sehr schnell verschleißt.
Ist die Kettenschaltung daher ein vorsintflutlicher Murks? Ganz bestimmt nicht. Mit diesem „Murks“ wurden Millionen von Fahrrädern in den letzten Jahrzehnten ausgerüstet, hat sich bewährt und wurde in der Zeit verbessert und optimiert. Die Kettenschaltung ist Stand der Technik.
Aus technischer Sicht überzeugt die Pinion-Lösung, aber unsere Welt ist der Faktor Technik nur ein Bewertungskriterium.
Mich wundert etwas, dass der Faktor Kosten hier eine doch ziemlich untergeordnete Rolle spielt. Ich würde diesen Punkt gerne mal näher beleuchten. Wie in einem vorherigen Beitrag genannte wurde kostet ein Liegedreirad mit Go Swiss Drive und Pinion zwischen 7 und 10.000 Euro. Ich habe mir mal den Spaß gemacht und ein gefedertes Dreirad mit Go Swiss, Pinion, vernüftiger Beleuchtung und Bremsen konfiguriert und lande bei knapp 9.000 €. Im Vergleich dazu kostet ein normales , konventionelles und taugliches Reiserad ohne elektrischen Antrieb und Kettenschaltung um die 1.000€. Da ist nichts Besonderes dran, vernünftige altbewährte Technik. Kostentechnisch liegt zwischen diesen Rädern der Faktor 9.
Überträgt man diesen Vergleich auf Autos, so liegt heutzutage der Preis für ein vernünftiges alltagstaugliches Auto bei ca. 25-30.000€. Mit Faktor 9 sind wir bei 225-275.000€. Bei dem Preis haben wir sämtliche deutschen Oberklassenmodelle hinter uns gelassen und landen bei Bentley und Rolls Royce. Wäre zwar nur der kleine Ghost aber ich denke es wird klar, was ich ausdrücken möchte. Wir befinden uns im Luxussegment. Diese Räder sind ganz einfach Luxus. Und wie bei den Autos erwarten Käufer in diesem Segment hohe Qualität, gute Verarbeitung, beste Materialien. Von daher passt natürlich eine Pinionschaltung in dieses Konzept sehr gut.
Auch mir ist klar, dass, absolut betrachtet, Ottonormalverdiener 10.000€ leichter sparen bzw. finanzieren kann als 275.000 €. Aber wir reden hier von Fahrrädern. Solche Summen dafür auszugeben, kann bzw. will sich nicht jeder leisten. Mir geht es nicht um eine Neiddebatte oder darum, dass sich jemand dafür rechtfertigen muss. Es freut mich für jeden, der sich ein solches Rad leisten kann und Spaß daran hat. Mich stört aber die Art und Weise wie eine bewährte Technik „schlecht“ geredet wird, ohne sich den Kostenfaktor bewusst zu machen. Würde ein Rolls Royce Besitzer in dieser Art über einen Fiat herziehen, wären „arrogant und überheblich“ in der heutigen Zeit die freundlicheren Beurteilungen.
Ich persönlich fahre mein ganzes Leben lang Kettenschaltungen. Jede Technik muss gewartet und pfleglich behandelt werden, dann hat man auch einfacher länger etwas davon. Von daher komme ich sehr gut damit klar. Würde ich mir auch eine Pinion oder Rohloff einbauen? Für mich als analytisch denkender und aktiver Diplomingenieur (TU) und SFI ist aus technische Sicht so etwas schon ziemlich cool und eine feine Sache, aber der Mehrpreis ist mir das nicht wert, dafür funktioniert eine Kettenschaltung zu gut. Aber dies ist natürlich immer eine persönliche Entscheidung.

    Maria Jeanne Dompierre - 26. Januar 2018 Reply

    Hallo Finn,

    für mich persönlich käme eine Schaltung wie Rohloff oder Pinion an meinem jetzigen Trike nicht infrage, weil ich nicht dazu bereit wäre, so viel Geld dafür zu investieren. (Rohloff scheidet ja ohnehin aus, wegen des Motors.)
    Es ist ein guter Punkt, den du da ansprichst, denn die Trikes sind ja schon in ihrer Grundausstattung, auch ohne Motor, für sehr viele Menschen kaum oder nur mit erheblichem Aufwand, finanzierbar.

    Aber wie du schon richtig schreibst: Es gibt persönliche Vorlieben, Prioritäten und – auch wenn das ungerecht ist – materielle Ressourcen.

    Es wird immer Menschen geben, denen die herkömmliche Kettenschaltung zu träge und anfällig ist und die ähnlich empfinden wie Eduard. Und denen die Investition jeden Cent wert ist.

    Deswegen finde ich den Beitrag so gut, weil nun jemand für alle LeserInnen hier den Praxistest macht. Bei solch einer Summe möchte man schon sichergehen, dass sich das auch lohnt. Eduard ist da ziemlich mutig und wagt die Aufrüstung schon nach kurzem Eindruck.

    Natürlich ist das sein subjektives Erleben, aber das kommt im Beitrag auch ganz klar rüber. Für alle, die ähnlich darüber denken oder ganz einfach mit der Kettenschaltung sehr unglücklich sind, ist das eine mögliche wertvolle Quelle, neben anderen Informationen.

    Seine Abneigung gegenüber der Kettenschaltung drückt er ganz unumwunden aus, da hat er einen anderen Stil als man es von mir gewohnt ist und was bei dir offensichtlich etwas ausgelöst hat.

    Danke, dass du deine Kritik so ausgewogen vorträgst.

    Ich bin auch nicht glücklich mit der Kettenschaltung, finde mich aber damit ab.
    Weiter oben, in einem Kommentar, schrieb Eduard schon, wie er zu solch hochpreisigen Ausgaben bezüglich seines Trikes steht. Und diese Gruppe Triker darf man keineswegs unterschätzen. Sie haben kein Auto (mehr) und da tun sich ganz andere Rechnungen auf.

    Schön, wie du eine Lanze für die gute alte Kettenschaltung brichst. Ich werde daran denken, wenn ich, wie gestern Abend, etwas ungeduldig wegen der Feineinstellung, die Kette anschnaube 🙂 .

    Mike - 26. Januar 2018 Reply

    Hallo Finn,

    hier hat niemand die Kettenschaltung schlecht geredet. Eduard zum Beispiel Feuer und Flamme für die Pinion. Ich liebe meine Rohloff.
    Das hat aber andere Gründe wie du Sie jetzt da legst. Ich erkläre mal warum ich von einer DualDrive24 (als 3Gang Narbe mit 8Gang Kette) zur Rohloff gewechselt bin.
    Dieses hatte einige Gründe aber Primär weil Sie für mich unterm Strich Günstiger ist als eine Kettenschaltung. Meine Rohloff hat 900€ gekostet und ich habe sie selbst verbaut.
    Ich hatte mit meiner alten Schaltung jedes Jahr Kosten von etwa 120-140€ nur Material(3Ketten,Ritzel,Kettenblatt,Züge) dazu kommen noch 3-4 Schaltwerke usw.
    Die Schaltwerke haben immer Sachen mitgenommen bei 20″ Rädern nicht verwunderlich. Habe so in 3 Jahren etwa 550€ nur Materialkosten.
    Seit mehr als 2 Jahren fahre ich Rohloff seit diesem Zeitraum mache ich nur 2mal im Jahr den Ölwechsel(Das Öl habe ich im großen Pack zum Kauf der Rohloff geschenkt bekommen)
    Ich will nur eins klar stellen ich fahre seit der Rohloff mehr Kilometer im Jahr als mit der DD24. Ein weiterer Grund ist das Schalten im Stand der Beim Trike mehr ins Gewicht fällt als beim Normalen Rad. Beim normal Rad nimmt man Schwung und Schaltet runter und kann dann weiter fahren. Beim Trike geht das nicht so einfach wenn man ein Vollbremsung gemacht hat und will dann wieder anfahren das tut weh man kann keinen Schwung holen.

    Die Kettenschaltung ist gut und bleibt gut. Aber auch Kettenschaltungen können teuer sein (siehe zb SRAM Eagle).

    Das selbe ist du Beschreibst ein Trike als Luxus und überteuert. Überteuert da gehe ich mit, günstig sind die nicht. Ob es daran liegt das die im Vergleich zum normalen Rad in Kleinstserien gemacht werden und/oder Versucht wird damit nur Geld zu Verdienen.
    Luxus würde ich nicht sagen weil die wenigsten kaufen sich ein Trike als Luxusartikel sondern weil es die einzige Möglichkeit ist die Mobilität und Lebensqualität zu steigern.
    Das ist zum Beispiel beim mir auch so was soll ich ein günstiges Fahrrad kaufen wenn ich es nicht fahren kann.

    Auch deine Vergleichsrechnung stelle ich mal in Frage. Ein voll ausgestattetes E-Trike mit einem Reisefahrrad zu vergleichen ist etwas unfair. Wenn müsstest du es fair Vergleichen das wäre dann ein Reiserad mit Pinion und E-Antrieb das sind im Aufrechtradsektor als Fully auch 5000€ je nach Hersteller.
    Nehme ich dein 1000€ Reiserad und zb ein HP-Gekko in Vergleichsausstattung (nichts besonderes dran altbewährte Technik) bin ich beim Gekko bei 2500-3000€. Wechsel ich den Hersteller zb KMX bin ich bei 2000€.

    Auch der Autovergleich würde ich anders sehen mein Auto ist auch Alltag-und Familientauglich und hat neu 15000€ gekostet(Seat Fabia Kombi mit allen Extras) ich diesen Wert mal 3 bin ich bei 45000€. Und habe den selben Vergleich wie du gemacht aus meiner Sicht.

    Ich kann verstehen das die Preise die hier genannt werden für andere Störend sind aber es kommt auf den Zweck an.
    Ich nutze mein Gekko als Autoersatz zum zweiten Auto in der Familie. Ich fahre 365Tage im Jahr damit, auch im Winter bei Schnee und Eis.
    Wo ein Auto durchkommt komme ich auch durch. Wo das Auto nicht durch kommt ziehe ich aber mir Spikereifen vorbei. Es ist nicht angenehm aber es geht und für meine Krankheit ist es besser als jeden Tag mit Auto zu fahren.
    Mein Gekko war auch teuer aber jeden Cent wert. Natürlich ist auch ein Hobby aber auch vieles mehr.

    Wenn es nur am Geld fest gemacht dann wird es nie Passen. Aber will man das Vergleichen? Autos sind auch überteuert zu dem was damit gemacht wird. Das selbe gilt für Handys muss es ein teures Smartphone sein oder Handy womit man nur Telefonieren kann. Es kommt darauf an was man damit macht bzw ob man es nutzt.

    Aber um zurück zu kommen der Beitrag von Eduard zur Pinion hier ist aus seiner Sicht geschrieben und er hat es mehrmals geschrieben das er sich die Schaltung gönnt weil er davon überzeugt ist und diese ihm den Größten nutzen bringt.
    Wie bei mir die Rohloff.Eduard nutzt sein Gekko auch als Autoersatz und nutzt es. Ich für meinen Teil kann es verstehen das er die Pinion haben will und ich freue mich auch für ihn. Weil ich das selbe mache und alleine die laufenden Kosten im Endeffekt den hohen Anschaffungspreis rechtfertigen.

    Ich hoffe das ich dir das etwas erklären konnte warum es so bekloppte wie mich gibt die so etwas fahren und dafür auch Geld ausgeben.
    Es ist immer Fall bezogen welche Technik besser ist. Ich und Eduard haben uns für eine teurere Schaltung entschieden die auf die Kilometer und Zeit günstiger ist.
    Auch können wir wenn wir uns mal ein neues Trike zu legen die Schaltung vom Alten mit nehmen da diese Schaltungen für Langlebigkeit ausgelegt sind.

    so mache mal Schluss
    mfg
    Mike

      Eduard J. Belser - 27. Januar 2018 Reply

      Hallo Mike

      Wir sind uns einig. Bezogen auf die ganze Lebenszeit der Rohloff- bzw. Pinion-Schaltung haben wir auch bezüglich der tiefen Gesamtkosten die Nase vorn. Wir mögen es auch nicht nach einem Notstopp in einem zu hohen Gang hilflos, wie ein Käfer, auf dem Rücken liegend, hängen zu bleiben. Bekloppt sind wir sowieso nicht, wir wissen einfach zu schätzen, was und unsere Liegetrikes bieten und lassen uns das nicht durch von Krämergeist geprägte Anschaffungskostenvergleiche vergällen.

      Herzliche Grüsse aus der Schweiz
      Eduard

    Eduard J. Belser - 27. Januar 2018 Reply

    Lieber Finn

    Um es vorweg zunehmen, auch bei mir kommt das Geld nicht bündelweise durchs Ofenrohr herunter und ich kann’s auch nicht mit vollen Händen aus dem Fenster werfen. Aber ich kann es gescheit und nachhaltig investieren. Mein Legetrike ist eine gescheite und nachhaltige Investition in meine Lebensqualität und in meine Gesundheit.

    Ich weiss nicht, wie die das die Dipl-Ing. TU in Deutschland sehen, aber ich als Schweizer Dipl.-Ing. ETH finde einen reinen Vergleich der Anschaffungskosten eine ziemlich ärmliche Ingenieurleistung. Betrachtet werden müssen die Lebenszykluskosten, d.h. Anschaffungskosten, Unterhaltskosten, Amortisation und Restwert. Diese müssen dem materiellen und imateriellen Nutzen gegenübergestellt werden z.B. Ersparnis gegenüber einem Auto, grössere Energieeffzienz als bei einem Auto, schonenderer Umgang mit der Umwelt, gesundheitlicher Gewinn, grössere Lebensqualität usw. Zudem müssen diese Faktoren für eine sinnvolle Gesamtbetrachtung noch gewichtet werden. So betrachtet ist mein vermeintlich teures Liegetrike mit GDS-Antrieb und Pinion-Schaltung eine äussert lohnende, preiswerte Investition.

    Zur Kettenschaltung frage ich Dich, würdest Du ein Auto kaufen, bei den Du im Stand den ersten Gang nicht einlegen kannst? Nein Du würdest dem Autoverkäufer den Vogel zeigen und laut lamentieren weglaufen. Sogar bei einem billigen Fiat lässt sich der erste Gang im Stand einlegen. Nach einem Notstop mit dem Fahrrad in einem zu hohen Gang anfahren müssen ist äusserst mühsam, schlecht für die Gelenke und nur im «Tretrollermodus» möglich. Beim Liegetrike funktioniert das mit dem «Tretrollermodus» gar nicht. Wenn Du nicht im Stand herunterschalten kannst, musst Du mitten im Verkehrsgewühl aufstehen, das Liegetrike an den Strassenrand schieben und schauen, wie Du einen zum Anfahren geeigneten Gang einlegen kannst oder Du musst Dich anschieben lassen. Dein Argument, Kettenschaltungen seien gut, weil sie in grosser Zahl verkauft werden, ist lächerlich. Täglich rennen Millionen von Leuten in die kulinarischen Gruselkabinette von McDonalds, tun sich dort die fetttriefenden Rindfleischmatschklöpse mit Schaumgummibrötchen an und spülen sie mit der ***** (hier hat die LieferadFrau eingegriffen) von Coke a Cola hinunter. Trotzdem ist und bleibt das Zeug unappetitlicher, ernährungsphysiologischer Sondermüll. Es ist zwar billig, aber preiswert ist es nicht, weil es auch seinen billigen Preis nicht wert ist. Wenn jemand ruft «Leute esst Scheisse, sie ist billig», dann schalten viele Leute das Hirn und die Geschmacksnerven aus und rennen los, das ist leider so.

    Wie Mike richtig bemerkt haben Rohloff- und Pinion-Schaltungen ihren Anschaffungspreis, aber sie sind bei geringen Unterhaltskosten äusserst langlebig. Das lohnt sich und ist nachhaltig. Mit solch hochwertigen, langlebigen Gütern wird die Umwelt geschont, die unter der Belastung durch Geiz-ist-geil-Wegwerf-Schrott unnötig leidet.

    Der Blog unsere lieben Maria Jeanne dient dazu unsere Freund und unseren Genuss am Liegetrikefahren zu teilen und unsere Erfahrungen, durchaus auch kritisch und pointiert, auszutauschen. Da passen so griesgrämige, oberflächliche Anschaffungskostenvergleiche nicht hinein. Bitte Finn, verschone uns damit. Wenn Du ein Liegetrike hast, geniess es, wenn Du keins hast dann mach wenigstens eine Probefahrt damit, so kannst Du den Mehrwert gegenüber einem Normalfahrrad wenigstens etwas fundierter beurteilen.

    Grüsse
    Eduard

    PS: Dank unserem ersten Liegetrike konnte mein Vater bis kurz vor seinem Tod mit 90 noch Radfahren. Ich getraue mich auch seit Jahren wegen Rollsplitt u.ä nich mehr auf ein Zweirad. D.h. für mich bedeutet das nicht Liegetrike oder Normalfahrrad, sondern Liegetrike oder gar nicht Radfahren und das wäre für mich ein einschneidender Verlust an Lebensqualität.

      Finn - 27. Januar 2018 Reply

      Lieber Eduard

      Du wirkst auf mich wie ein Stier, dem man ein rotes Tuch vor die Nase hält und der wütend darauf zu rennt. Deine aggressive und teilweise unsachliche Antwort ist für eine sachliche Diskussion nicht unbedingt förderlich. Ich möchte es dann auch bei dieser Antwort von meiner Seite belassen.

      Offenbar fühlst du dich in deiner Lebensweise von mir kritisiert. Ich versichere Dir, dies war nicht meine Intension. Deine Philosophie hinsichtlich einer nachhaltigen Lebensweise kann ich sehr gut akzeptieren und ich käme nie auf die Idee dich deswegen zu kritisieren oder erwarte, dass du dich deswegen rechtfertigen musst. Was ich eigentlich auch klar geschrieben habe.

      Wahrscheinlich stört dich der Begriff Luxusrad, der in deinen Augen negativ behaftet ist. Ich wollte eigentlich nur zum Ausdruck bringen, dass diese Räder in einer Preisregion liegen, die eben nicht mehr so finanzierbar sind. Dass dein Rad für Dich perfekt ist, ist davon doch völlig ausgenommen. Eine Kosten-Nutzen Analyse muss dann jeder für sich selbst machen, ob es für sich rechnet. In deinem Fall kannst du ja mit vollen Recht sagen: ja.

      Deine Reaktion zeigt mir aber, dass es doch ganz gut war, mal den Anschaffungspreis anzusprechen, denn dein Verständnis von „günstig“, teilt trotz deiner Argumentation sicherlich ein Großteil der Menschen nicht. Willkommen im Leben. Hängt bei mir vielleicht auch damit zusammen, dass ich täglich mit Leuten zu tun habe, die schwer körperlich für deutlich weniger Geld als ich arbeiten müssen. Die sich für mein Liegerad sehr interessieren, von denen ich aber weiß, dass sie sich ein solches Rad nie leisten können.

      Da mir immer ein Teufel im Nacken sitzt, kann ich mir nicht verkneifen zu sagen, dass deine Kosten –Nutzen-Analyse speziell hinsichtlich der Nachhaltigkeit bei deinem Lebensstiel mit einem normalen Rad, Stahlrahmen, ohne E-Antrieb ect, noch viel besser aussehen würde.
      Und komme mir nicht, dass dies wegen Wind, Steigungen usw. nicht möglich sei. Ich habe 5 Jahre in Stuttgart gelebt, besaß kein Auto, bin mit Bahn und S Bahn gefahren und bin dennoch sehr viel mit meinem Rad unterwegs gewesen. Das ging so weit, dass ich in Ermangelung einer Waschmaschine mit dem Rad in den Waschsalon runter und mit nasser Wäsche (über 20kg) auf dem Rücken den Berg wieder hochgeradelt (nicht geschoben) bin. Normales Rad, Stahlrahmen und E Antriebe gab es damals überhaupt nicht. So fit wie damals war ich mein ganzes Leben nicht mehr. Glaub mir in Stuttgart sind ebene Strecken Mangelware. Ich weiß also wovon ich rede und weiß was machbar ist.
      Und nein ich bin kein intoleranter Gegner von Pedelecs. Jeder wie es für ihn am Besten passt, was aber nicht heißt, dass es nicht auch anders geht! Daher bitte kein neues Diskussionsthema eröffnen, ich wollte lediglich deine schöne Argumentationskette aufgreifen.

      Hinsichtlich der Kettenschaltung verstehe ich deine Aufregung auch nicht so recht. Wir sind uns doch einig, dass in technischer Sicht und auch vom Komfort eine Pinion der Kettenschaltung überlegen ist.
      Ich wehre mich nur gegen dein in Stein gemeiseltes 11. Gebot: „Kettenschaltung ist scheiße und gehört in die ewige Hölle geschickt und wer anders darüber denkt ist ein Ignorant“. Als Maschinenbauingenieur weiß ich, dass jede Technik Vor- und Nachteile hat, und das bei einer Kosten-Nutzen-Analyse, abhängig vom zum erreichenden Nutzen, in einem Fall die Kettenschaltung sehr wohl geeignet ist, in einem anderen Fall es dumm wäre die Pinion nicht zu verwenden. Nichts im Leben ist Absolut, aber vielleicht ist dies bei Forstingenieuren anders.

      Mir ging es auch nicht darum, dir die Pinion madig zu machen. Deine Vorbehalte der Kettenschaltung sind ja nicht von der Hand zu weisen und du hast diese ja ausführlich dargelegt.
      Aber deine Rückschlüsse, dass deswegen die Kettenschaltung Murks ist, ist schlicht und ergreifend falsch und auch eine Missachtung deinerseits der früheren Ingenieurleistung. Laut Wikipedia wurde diese 1930 erfunden, sprich sie wird seit fast 90 Jahren eingesetzt. Ein bisschen mehr Demut wäre schon angebracht. Ich behaupte auch nicht, dass die alten Kutschen im Vergleich zu den modernen Autos Murks sind.

      Dein so oft genanntes Beispiel, schalten im Stand ist an für sich richtig. Nur wie relevant ist es den tatsächlich? Dass ich im falschen Gang an einer Kreuzung zum Stehen komme, passiert mir vielleicht einmal im Monat. Vor allem dann wenn ich es eilig habe und meine Hoffnung, dass von Rechts nichts kommt, leider nicht aufging und ich eine Vollbremsung hinlegen muss. Ganz klar mein Fehler, lässt sich durch vorausschauendes Fahren und rechtzeitiges Runterschalten sehr gut lösen. Wenn dir das wirklich so oft passiert, würde ich mir mal Gedanken über deine Fahrweise machen, anstatt gleich von Murks zu reden.

      Um eins klar zustellen. Dein Beitrag ist gut und wie Maria geschrieben für jeden, der sich dafür interessiert eine wichtige Entscheidungshilfe. Daran wollte ich weder rütteln, noch deinen Artikel oder Dich schlecht machen. Wenn der Eindruck entstanden sein sollte, entschuldige ich mich dafür.
      Ich bin sicherlich kein glühender Verfechter der Kettenschaltung, aber ich habe ein Problem damit, wenn eine Person nur von seiner Sichtweise, von seiner Lebenseinstellung, von seiner Lebenssituation ausgehend, behauptet nur diese Lösung ist die einzig Wahre und anderen Lösungen ihre Berechtigung abspricht, vor allem mit einer solchen unsachlichen Anmerkung. Dagegen habe ich meine Stimme erhoben.

Eduard J. Belser - 27. Januar 2018 Reply

Also lieber Finn,

Ich habe mir mein Liegetrike auch ersparen müssen und es in Etappen gekauft, nämlich 2011 unmotorisiert, 2016 nachmotorisiert und nun wir es eben noch mit der Pinion-Schaltung ergänzt. Den Begriff günstig habe ich in Zusammenhang mit Liegetrikes nie verwendet, weil er nicht zutrifft bzw. wegen der kleinen Serien, dem höheren Anteil an Handarbeit und des insgesamt höheren Aufwands gar nicht zutreffen kann. Ich spreche immer von preiswert, d.h. den Preis im Verhältnis zum gebotenen Gegenwert wert. Ich habe in jüngeren Jahren auch in hügeligen Gelände schwer Anhänger mit einem Dreigänger – damals schon eine Nabenschaltung – gezogen usw. aber heute möchte ich das meinen Gelenken nicht mehr antun. Ich möchte mir auch wegen der Sturzgefahr kein zweirädriges Rad zumuten und da bliebt eben nur ein Liegetrike.

Das mit dem vorausschauenden Fahren und dem rechtzeitig herunterschalten war schon immer mein Radfahrstil. Ich verpuffe nicht gerne die eingesetzte Muskelkraft als Reibungswärme. Mit dem GoSwiss Drive versuche ich deshalb die Rekuperationsbremse möglichst effektiv einzusetzen. Aber im Strassenverkehr gibt es viele andere Verkehrsteilnehmer, Schlaglöcher Engstellen usw. die einem weit mehr als einem liebe ist zu Schnellbremsungen zwingen. Zum Herunterschalten bleibt da oft keine Zeit. Und mit dem Liegetrike muss man im Stehen herunterschalten können alles andere ist nicht wirklich alltagstauglich. Deshalb ist meine Kettenschaltung am Hinterrad derzeit noch mit einem Schlumpf HighSpeedDrive, der sich mit der Ferse schalten lässt, kombiniert. Ohne diesen wäre ich den Abstieg auf eine Kettenschaltung niemals eingegangen. Die Pinion-Schaltung wird beide Schaltungen ersetzen.

Hinzu kommt, dass ich seit der Marktreife der Pinion-Schaltung HP Velotechnik gelöchert habe, diese anzubieten, weil mir die technischen Vorteile von Anfang ins Auge gestochen haben. Jetzt, wo HP Velotechnik den Schritt gewagt hat finde ich es auch fair, wenn ich die Pinion-Schaltung kaufe und damit die Leistung von HP Velotechnik anerkenne.

Mit der Kutschentechnik befasse ich mich seit einem halben Jahrhundert leidenschaftlich. Ich habe mehr als 30 Jahre die Kutschen- und Schlittensammlung des Historischen Museums Basel in einer Teilzeitstelle betreut. Da wurde vom Handwerklichen , vom Kunsthandwerklichen und von Design her unglaublich tolles geleistet. Der Basler Kutschenbau durch Firmen wie Kaufmann, Heimburger und andere konnte sich mit den ersten Häusern in Paris, wie Binder, Rothschild, Mühlbacher, Milon & Guiet, Labourdet usw. messen und war durch enge Verbindungen immer am Puls der aktuellsten Pariser Kutschenmode. Viele Kutschenbauer stellen später auch Autokarosserien her. Legendär sind u.a. die von Köng, Dietrich und Egli in Basel karossierten Rolls Royce und Bentleys. Mehr zu Schweizer Carrossiers und Ihren Leistungen im Autobau beim Basler Automuseum Pantheon unter: http://www.pantheonbasel.ch/de/museum-sonderausstellungen/schweizer-carrossiers.html

Zwei Wagen der schienenlosen Basler Pferdestrassenbahn wurde nach meine Plänen und unter meiner Leitung rekonstruiert, die nach über 20 Jahren immer noch eingesetzt werden. Für Österreich habe ich einen von zwei Pferdeisenbahnwagen entworfen der dort beim Pferdeeisenbahnmuseum in Kerschbaum im Einsatz steht.

So und jetzt wollen wir die anderen nicht mehr mit unseren unterschiedlichen Meinungen zu Kettenschaltung nerven, nicht dass und Maria Jeanne noch den Stecker rausziehen muss. Ich werde dann lieber wieder über meine Langzeiterfahrungen mit der Pinion-Schaltung berichten, das interessiert mehr.

Mit Besten Grüssen
Eduard

Axel - 27. Januar 2018 Reply

Erstmal danke für deinen Testbericht, Eduard.

Ich wollte schon geschrieben haben, dass du ja jetzt, wo HPV die Pinion endlich hervorgebracht hat, eigentlich kaum noch einen Rückzieher machen kannst, um endlich deine Traumkombination, von der du hier schon seit Jahren schwärmst, zu erhalten. Jetzt hast du es quasi selbst zugestanden. 😉

Zweifellos ne tolle Sache, aber eben auch – teuer. Immerhin gibt es nun diese Option, auch ohne Hinterradmotor eine gute Schaltungsalternative.
Ich glaube, dass sich HPV lange nicht an die Belastung des Auslegeres heran getraut hat.
Aber nachdem der Shimano-Steps möglich wurde (sicher auch von dieser Weltfirma gefördert), stand der Pinion ja auch nicht mehr Wesentliches im Weg.

Ich möchte aber auch Finn danken, der die Diskussion hier sehr belebt und selbsbewußt eine kritische Position einnimmt. Ich kann ihm im Großen und Ganzen da auch gut folgen; bei allen bekannten Nachteilen gibt es keinen Grund, die Kettenschaltung an sich derart zu verunglimpfen.

Deine Aussage, wir (Mike und du?) ” lassen uns das nicht durch von Krämergeist geprägte Anschaffungskostenvergleiche vergällen.” halte ich allerdings für unglaublich arrogant.

Ich hoffe aber weiter auf eine spannende, respektvolle Diskussion, da wird auch niemand “den Stecker rausziehen”, warum auch.

Nur deine Kutschengeschichten gehören nicht hierher, einmal nen Link zum Thema reicht völlig.

Grüße, Axel

Eduard J. Belser - 27. Januar 2018 Reply

Hallo Axel

Wie gesagt die Anschaffungskosten sind das eine und Betriebskosten über die Jahre hinaus das andere. Meine Formulierung war zugegebenermassen etwas hart, aber ein reiner Vergleich der Anschaffungskosten greift einfach zu kurz, obwohl die hohen Anschaffungskosten auch mich schmerzen, weiss ich, dass ich dafür längerfristig Geld spare. Die Anschaffung tut einmal weh, ein teurer Unterhalt regelmässig. Das Pinion eine Fünfjahresgarantie anbieten kann – bei der teuren P-Serie inbegriffen, bei der weniger teuren C-Serie mit einem Aufpreis von EUR 59.– zuzukaufen , zeigt dass Pinion an die Langlebigkeit ihrer Produkte glaubt. Deshalb rechne ich mir auch aus, dass ich mich lange über die tiefen Unterhaltskosten freuen darf. Etwas, was auch die Rohloff-FahrerInnen zu schätzen wissen.

Aber in einem Punkt hast Du völlig recht, wenn ich die Freude an der innovativen Technik der Pinion-Schaltung abstreiten würde, wäre das schamlos gelogen. Und diese Freude ist mir auch ein bisschen etwas wert, aber sie ist auch ein bisschen Luxus.

Aber unter dem Strich bleibt das, je mehr Freude mir das Liegetrikefahren bereitet umso häufiger bin ich damit unterwegs und um so besser ist das für meine Gesundheit. Das ist der eigentliche Gewinn und dieser ist unbezahlbar und trotzdem weitaus preiswerter und umweltschonender zu haben als mit einem Auto und einem Abo im Fintesscenter.

Liebe Grüsse aus de Schweiz
Eduard

Christian Loubier - 29. Januar 2018 Reply

Lieber Finn und lieber Eduard,
als uralter Mann erlaube ich mir zu sagen, Kinder, nun mal ruhig Blut. Ich habe einen Vorschlag: trefft Euch doch mal zu einem Bier oder Wein an einem schönem Aussichtspunkt unter dem Motto „Leben und leben lassen“. Und freut Euch, was die geniale Fahrrad-Technik uns allen ermöglicht.
Jeder Mensch hat andere Erfahrungen und Prioritäten, zieht andere Schlußfolgerungen. Es lebe die Vielfalt. Und – das weiß ich von mir selbst – wohl jeder lebt mit eigenen unauflösbaren Widersprüchen. Man sollte auch mal Fragen als solche mit Gelassenheit stehen lassen. Wenn jemand was schreibt, was nicht im engeren Sinne zum blog gehört, dann lächele, es muß ja nicht kommentiert werden…
Schenkt Euch ein Lächeln
Christian Loubier

Maria Jeanne Dompierre - 29. Januar 2018 Reply

Ich melde mich auch mal wieder.
Die Diskussion zwischen Eduard und Finn habe ich natürlich jeden Tag aufmerksam verfolgt.

Gerade als ich einen Kommentar postete, beendete Eduard die Debatte, und ich löschte meinen Eintrag wieder. Die Gemüter haben sich auch ohne meine Zutun beruhigt.

Den Vorschlag von Christian lese ich mit einem Lächeln. Da ich das Treffen im letzten Jahr bei HASE BIKES mit einigen von euch wirklich sehr genossen habe, überlege ich auch für dieses Jahr eine Gelegenheit zu schaffen.
Wein oder Bier gibt es bei mir zwar grundsätzlich nicht, aber Finn und Eduard wären natürlich mehr als herzlich willkommen, einander einmal zu begegnen.

Jetzt aber bitte keine wilden Gerüchte: Ich werde kein Liegeradtreffen oder sowas veranstalten, aber nehme an der ein oder anderen Veranstaltung in diesem Jahr teil, wo wir uns sehen könnten. In einem zukünftigen Beitrag (Frühling) schreibe ich alles auf, aber vorab kann ich jetzt schon mal ankündigen, dass ich wahrscheinlich am Felgenfest teilnehme und da das der Geburtstag meines Vaters ist, werde ich alles möglich machen.

Und an mindestens einem Liegeradtreffen fahre ich auch mit 🙂

Ach ja: HASE BIKES lässt ausrichten, dass wieder ein Tag der offenen Tür für angemeldete Gruppen stattfindet. Wer jetzt neu hier ist, kann diesen schönen Besuch vom letzten Jahr hier nachlesen: https://www.liegeradfrau.de/leserinnen-bei-hase-bikes/

    Eduard J. Belser - 30. Januar 2018 Reply

    Guten Morgen liebe Maria Jeanne

    Ich warte jetzt bis die Pinion am Gekko und die verhasste Kettenschaltung weg ist. Dann berichte ich lieber über meine Erfahrungen im Altagsbetrieb, dass bringt unter dem Strich allen mehr.

    Eine gute Gelegenheit sich zu treffen wäre die Spezi in Germersheim. Bier und Wein muss nicht unbedingt sein, aber mit Mass genossen ist eigentlich auch dagegen nichts einzuwenden. Guter Käse mit frischem Brot und ein Glas Wein dazu ist etwas köstliches. Ich hoffe aber es gibt sicher genug richtige Milch zum Kaffee, darauf kann ich als alt gewordenes Milchbüblein, bekennender Warmduscher und Schönwettervelofahrer auf gar keinen Fall verzichten. Im übrigen bin ich auch «eingefleischter Vegetarier» und esse gerne richtigen Käse, am liebsten den vom Geissenpeter vom Solothurner Markt.

    Liebe Grüsse aus der Schweiz
    Eduard

      Maria Jeanne Dompierre - 30. Januar 2018 Reply

      Hallo Eduard,

      ja, es wäre super, wenn du im Sommer noch mal berichten würdest, wie sich die Pinion bewährt.

      An die SPEZI dachte ich auch schon, aber ich bin noch nicht ganz sicher, ob ich dieses Jahr hingehe. Ich wechsle normalerweise immer mit der Eurobike ab, damit ich nicht jedes Jahr auf der gleichen Veranstaltung bin.

      Allerdings erwäge ich dieses Mal eine Ausnahme zu machen, denn “man” könnte ja auch mal was über den SPEZI-Organisator bringen 🙂 …
      Da alles noch nicht konkret ist und ich nicht weiß, ob es klappt, sage ich das mal hinter vorgehaltener Hand. Und es muss natürlich unter uns bleiben 😀 und darf keinesfalls im Internet herumposaunt werden!

        Eduard J. Belser - 30. Januar 2018 Reply

        Hallo Maria Jeanne

        Ich bin ziemlich entschlossen am Samstag die Spezi zu besuchen, obwohl ich eigentlich liegetrikemässig bereits optimal versorgt bin. Wenn ich den Zug um 06.11 nehme bin ich bereits um 09.55 in Germersheim Mitte/Rhein. Am Abend hab ich von dort entweder um 18.06 oder um 19.06 passende Züge für die Rückfahrt. Die letzte Fahrgelegenheit zu benutzen, ist mir bei den chronischen Verspätungen der DB zu riskant. Ich sehe mich noch um, ob ein Kollege allenfalls Zeit hat um mitzukommen. Die Hallenpläne habe ich auch bereits heruntergeladen und die Stände markiert, die mich besonders interessieren.

        Vielleicht kann ich so die Spezi und den SlowUp Murtensee am Sonntag unter einen Hut bringen. Aber an den SlowUp geh ich nur bei wirklich trocknem Wetter.

        Liebe Grüsse aus der Schweiz
        Eduard

Kimie - 29. Januar 2018 Reply

Mann o Mann, hier ist ja was los…

Jeder hat hier auf seine (subjektive) Weise mehr oder weniger Recht. Im Grunde geht es ja nur um die Toleranz der anderen Meinung. Von einer ‘richtigen’ oder ‘falschen’ Meinung sollte hier eigentlich nicht die Rede sein. Jeder was er mag, braucht oder sich leisten kann.

Für mich ist das Liegeradfahren einfach ein Luxus aus Spass an der Freud. Erstens, weil ich nicht zwingend auf ein Liege(drei)rad angewiesen bin und zweitens erst recht nicht auf einen Motor, aber es macht sooo einen Spass… Ich hab mir das bewusst einfach gegönnt, nachdem ich jahrelang auf sehr viel Lebensqualität verzichten musste und mir gesagt habe, jetzt muss ich mir mal was richtig Schönes gönnen, wovon ich schon solange (ca. 10 Jahre) geträumt und gesprochen habe. Gerade, wenn ich sehe und erlebe, wie schnell so ein Leben vorbeigehen kann, dann will ich nicht nur wissen, worauf ich verzichtet habe, sondern dass ich mir auch mal einen Traum erfüllt habe. Natürlich nicht unter ‘allen’ Umständen und zu ‘jedem’ Preis.

Aber wenn mir dann so ein gepflegtes Kettwiesel, das immer mein Wunschtrike war, über den Weg läuft, im gepflegten und guten, technischen Zustand mit Rohloff und Differential zu einem Preis, wo ich trotz meiner erst kurzen Erfahrungen mitbekommen habe, dass es für das Geld sehr viel Schlechteres gibt, da musste ich einfach zuschlagen und hab mir als kostengünstige Alternative den Bafang Motor gegönnt. Das war dann der perfekte Kompromiss zwischen ‘nicht das Schlechteste’ haben zu wollen aber auch ‘kein Vermögen’ auszugeben. Natürlich ist alles rund ums Liegerad schon sehr kostenintensiv, aber wenn ich sehe, wieviel man noch so ausgeben kann, hab ich wohl die ‘goldene Mitte’ erwischt.

Ich kann sehr gut nachvollziehen, dass jemand, für den das Liegerad die einzig wahre Fortbewegungs- möglichkeit darstellt, noch zu viel mehr bereit ist, sofern er es sich leisten kann. Ich wüsste in meinem Fall aber nicht, was ich mir dann noch mehr wünschen würde, allenfalls ein Twike…um bei jedem Wetter und auch noch größere Strecken zurücklegen zu können und dann auf Wunsch auch mal zu Zweit. Wenn die Trikes noch teurer werden, denke ich nochmal darüber nach, vielleicht wenn mein Trike mal ausgedient hat. Aber dann würde ich auch kein ‘normales’ Auto mehr nebenbei haben. Aber wir wollen ja nicht abschweifen…

Und bei Maria gibt es also grundsätzlich kein Bier und keinen Wein…ich hatte jetzt eigentlich die Hoffnung, dass Maria beim nächsten Liegeradtreffen für alle so ein Buffet organisiert, wo es sich jeder Teilnehmer vor der Fahrt ‘gutgehen’ lassen kann, Danach ist das ‘Kurvenfliegen’ nämlich noch viel schöner… 🙂

Ich hab es ja bedauert, als letztes Jahr die Saison zu Ende ging und kann es kaum fassen, dass jetzt doch schon bald die nächste vor der Tür steht und wir wieder von Liegeradtreffen, Veranstaltungen und gemeinsamen Touren sprechen. Darauf freue ich mich wahnsinnig!

Herzliche Grüße aus der Lüneburger Heide
Kimie

Maria Jeanne Dompierre - 30. Januar 2018 Reply

Liebe Kimie,

ich finde es ganz gut, dass wir mal offen über Preise sprechen und wie wir das empfinden.
Es macht mich oft betroffen, wenn ich Menschen mit Handicap begegne, die nur ein elektrifiziertes Trike fahren könnten – da kann von Spaß, Hobby und sich was gönnen gar keine Rede sein – und sich höchstens die Bilder anschauen können, und ich das Privileg habe, mir sogar einen besseren Motor einbauen lassen zu können. Aber das wäre mal ein ganz eigenes Thema.

Ich verstehe Leute, die in Schnappatmung verfallen, wenn sie die Preise erfahren. Und ich verstehe alle, die eben lange sparen und für die Lebensfreude, -qualität und Dinge wie Autoverzicht oder Gesundheit mit Geld nicht zu bezahlen ist.

Ich selbst trage von all dem alle Anteile in mir selbst. Und es ist auch deswegen gut, dass wir mal offen über Preise sprechen, weil wir dann unsere Perspektive immer wieder ändern können. So wie du schon sagst, manches relativiert sich und ist vielleicht gar nicht so extrem teuer, anderes kommt vielleicht doch nicht infrage oder kann warten.

Ich jedenfalls freue mich ja wie ein Kind, dass ich ENDLICH mal jemanden kenne, die sich auch ein Twike wünscht. Da sagen wir jetzt mal nicht, was das kosten soll ….

Bei mir gäbe es bei einem Buffet wohl nur Wasser aus der Heilquelle oder sowas ähnliches, weswegen ich lieber erst gar nicht bewirte 😀 .
Ich habe einem Mann, der mit der Liegeradszene nichts zu tun hat, erzählt, dass ich bei einem Treffen teilnehmen werde. Da schaute er mich mit einer Grimasse an und meinte, das könne er nun gar nicht nachvollziehen, was ich DA wolle. Warum denn, fragte ich.
Es wäre schon befremdlich für ihn, dass ich Spaß daran finden könne, abends mit einem Haufen betrunkener Männer rumzusitzen. (Ich hatte vorher berichtet, wie schön das Zusammensitzen nach der Tour auf dem letzten Treffen gewesen sei.)
!! 😀 !!
So stellen sich also Nicht-Insider das vor. Das fällt mir gerade zu Wein, Bier und Kurvenfliegen ein.

Ich freue mich auch schon sehr auf die ein oder andere Veranstaltung, Ausfahrt und Begegnung. Wer mag, kriegt dann auch einen Schluck von meinem biologisch wertvollen Wasser …. oder kann mit Genuss eine Currywurst verdrücken 😉 .

Jürgen Gradenegger - 30. Januar 2018 Reply

Hallo Maria und

für mein angestrebtes Scorpion S-Pedelec ist die Pinion definitiv Pflicht. Es ging mir bisher mit der bislang angebotenen Kettenschaltung ähnlich, wie euch beiden. Ich empfand das als nicht zeitgemäß. Wenn schon keine Nabenschaltung möglich ist, so ist die Pinion die bestmöglich Alternative. Ich fahre momentan ein Rad mit einer Nuvinci Nabe. Ein Umstieg auf eine normale Kettenschaltung wäre für mich ein Rückschritt. Dieser Erfahrungsbericht bestärkt mich in meiner Meinung. Herzlichen Dank an euch beiden für diesen tollen Beitrag.

Herzliche Grüß, Jürgen.

    Maria Jeanne Dompierre - 31. Januar 2018 Reply

    Hallo Jürgen,

    danke für dein Feedback.
    Ein Scorpion S-Pedelec – wow! Ich drücke dir ganz fest die Daumen, dass das bald klappt.
    Mit dir sind es dann schon drei Leute, die wir irgendwann fragen können, wie die Pinion sich macht.

      Jürgen Gradenegger - 10. Februar 2018 Reply

      Hallo Maria,

      es wird noch etwa 1 1/2 Jahre dauern, da ich das jetzige Rad auch beruflich nutze und es erst ein neues gibt, wenn das alte abgeschrieben ist. So hat man auch einen klaren Zeitraum zum Sparen.

      Viele Grüße, Jürgen

Kimie - 30. Januar 2018 Reply

Liebe Maria,

ich finde es auch absolut gut und richtig, offen über Preise zu sprechen. Deshalb werde ich zum gegebenen Zeitpunkt auch gerne offen über meine tatsächlichen Ausgaben berichten.
Natürlich bin ich mir auch darüber bewusst, dass es ein Luxus ist, so ein teures Gefährt nur ‘aus Spass an der Freud’ zu fahren, während andere Menschen darauf angewiesen sind. Es ist auch sehr schade, dass sich nicht jeder, der gerne so ein Fahrzeug haben möchte, es sich leisten kann. Die meisten, die nicht aus der Liegeradszene sind, denken sich schon, dass es etwas teurer ist als ein normales Fahrrad, aber sicherlich nicht, dass es sooo teuer ist. Wenn ich nicht direkt nach dem Preis gefragt werde, sage ich es eigentlich auch nicht, weil ich mir dann vorkomme wie ein Proll, der auf dem Geld sitzt. Zu dem Zeitpunkt hatte ich das Geld gerade zur Verfügung. Ich wusste auch, dass sich die Zeiten ändern können. Deshalb habe ich mir gesagt, wenn ich es jetzt nicht möglichst bald mache, mache ich es vielleicht nie, und das wäre sehr schade gewesen. Ich hätte es aber nicht getan, wenn ich nicht gerade auch ein gutes Angebot gehabt hätte, wo ich mir dachte, dass auf jeden Fall das Preisleistungsverhältnis stimmt. Nun bin ich froh, denn inzwischen ist bei mir auch finanziell so einiges passiert, sodass ich mir nicht sicher bin, ob ich es jetzt noch getan hätte. Ich bereue es aber nicht, sondern bin froh, dass ich im richtigen Moment ‘zugeschlagen’ habe. Alles, was man zu lange vor sich herschiebt, wird meistens nichts mehr. Das ist so meine Erfahrung.

Auf das Twike komme ich nochmal zu sprechen, weil das immer noch in meinem Kopf rumschwirrt. Ich bin genauso froh wie du, dass es da jemanden gibt, der diese Begeisterung teilt. An das Thema wage ich mich vielleicht auch in diesem Jahr noch ran. Davon erzähle ich dir dann aber wohl lieber per email, da dies ja ein Liegeradblog ist und ich keine ‘Schimpfe’ bekommen möchte. Nur soviel vorweg:
bis der Entschluss zum elektrifizierten Liegedreirad gefasst war, war ich ausgiebig mit Liegerädern, Twikes und Segways beschäftigt. Zu diesen Themen war ich über Jahre im Netz unterwegs und hatte wenigstens auch schon telefonische Kontakte. Das Twike war dabei der absolute Favorit, nur eben aus finanzieller Sicht unmöglich. Zumindest überlege ich mir für dieses Jahr ein Mietwochenende mit einem Twike, bei dem ich auch den Führerschein dafür erwerbe. Das wäre nur wenigstens zu Zweit oder mit mehreren noch viel schöner…Falls du Interesse hast, lass es mich bitte wissen.

Deine Erfahrung mit dem Nicht-Liegeradmann war ja wirklich wieder bezeichnend…der stellt sich also einen Haufen betrunkener Männer vor, also erstens offenbar ein Fortbewegungsmittel nur für Männer und zweitens kann er sich so ein Treffen wohl nur mit Alkohol vorstellen. Also Maria, wo lernst du nur solche Männer kennen… 🙂

Du bist ja sehr gesundheitsbewusst: kein Alkohol, keine Zigaretten und keine Sünden…stattdessen Heilwasser, gesunde Ernährung wohl ganz allgemein, Yoga und Meditation. Da kannst du locker 100 Jahre alt werden, aber ehrlich, so ganz ohne Sünden möchte ich das gar nicht… 🙂
Ich bin ja wirklich schon sehr viel vernünftiger geworden, nur auf alles verzichten was Spass macht, möchte ich doch nicht. Da steckt doch ein kleiner Flegel in mir. Ich freue mich aber, dass du meine ‘Flegeleien’ mit Humor aufnimmst.

Die Veranstaltungen und Ausflüge können für mich jetzt, wo ich ein eigenes Liegerad habe noch viel interessanter sein. Jetzt, wo ich nicht mehr auf der Suche bin, geht es um den gemeinsamen Spass, die Erfahrungen, die man austauschen kann und noch mehr Informationen. Germersheim war schon toll, aber zweimal hintereinander fahre ich da auch nicht hin, zumal es für mich besonders weit ist. Empfehlenswert ist es aber allemal. Wir wollten ja auch das Felgenfest nachholen. Findet das denn wieder in Hameln statt? Ich hoffe, dass hier rechtzeitig alle Termine gepostet und Verabredungen getroffen werden. Vielleicht verabreden wir ja auch mal einfach eine gemeinsame Tour auf Eigeninitiative. Ab dem Frühjahr kommt ja auch die Zeit mit den Feiertagen, die man wunderbar nutzen könnte.

Liebe Grüße
Kimie

    Maria Jeanne Dompierre - 31. Januar 2018 Reply

    Du liebe Zeit! Ich hoffe nicht, dass du den Eindruck hast, ich lebe in Askese und bade in Stutenmilch 😀

    Rauchen, Bier und Wein – das hat mir noch nie geschmeckt. Übrigens hasse ich Yoga … aber Meditieren, das liebe ich über alles.

    Das Felgenfest ist immer an der Weser mit Mittelpunkt Hameln.
    Ich werde auf jeden Fall ankündigen, wenn ich irgendwo hingehe und die Gelegenheit zum Treffen besteht. Die Feiertage im Frühjahr sind da schon teilweise involviert.

      Kimie - 31. Januar 2018 Reply

      Nein, keine Sorge, so schlimm ist es nicht… 🙂
      aber im Vergleich zu dir fühlt man sich immer so unsolide und unvernünftig… eben wie ein Flegel… 🙂

Eduard J. Belser - 31. Januar 2018 Reply

Hallo Maria Jeanne

Schade hasst Du Yoga, wir haben uns doch alle schon vorgestellt, wie das aussieht, wenn Du kopfstehst. Das Rauchen finde ich auch eine besonders perverse Form von Masochismus und ein ausgesprochen dumme Methode sein Geld zu vernichten. Zwei Jahre nicht rauchen und das Geld für ein Liegetrike ist beisammen! Das nur als relativierende Ergänzung zum Thema «teure» Liegetrikes und «viel zu teure» Pinion-Schaltung.

Vorhin habe ich von HaseBikes Schweiz bzw. von der Fahrrad AG in Wabern bei Bern die Mitteilung erhalten, dass sie am Montieren ihres TRIGO UPs sind und was eines für meine Schwester kosten würde. D.h. ich werde relativ bald von der Probefahrt berichten können. Aber nur schon im voraus, auch ein voll ausgerüstetes TRIGO UP ist nicht billig, wer sich unbedingt aufregen will, wird auch hier einen Grund finden sich aufzuregen. Aber immerhin ist der Schweizer Preis fast identisch mit dem was es kosten würde, das TRIGO UP in Deutschland zu kaufen und selbst zu importieren und das finde ich fair von HaseBikes. Es genug andere Firmen, welche bei uns mit abzockerischen Schweizer Zuschlägen für Ärger sorgen.

Liebe Grüsse aus der Schweiz
Eduard

inge heitland - 31. Januar 2018 Reply

Hallo, ihr lieben Liegetrikler.

Ich habe mit Vergnügen die z.T. hitzige Debatte über Kettenschaltung und Kosten-Nutzung über Trikes mit E-Motor gelesen. Warum soll es nicht verschiedene Meinungen geben, wie schon der „uralte Mann“ erwähnt hat? Ich bin inzwischen auch uralt und freue mich täglich, dass ich mit meinem neuen Gekko mit Shimano Steps Motor herumfahren kann. Mein Auto habe ich vor Jahren verkauft und vermisse es auch nicht. Ausserdem habe ich noch nie gehört, dass Autobesitzer mit allem möglichen Schnickschnack sich über den Preis beschwert haben – ich komme aus einer AutostadtWolfsburg, und da wird sehr viel über Autos gesprochen…

Autofahrer habe ich noch kaum mit einem Lächeln im Gesicht gesehen, Liegeradler schon. „Das Glück fährt Rad“, man bekommt soviel mehr von der Umwelt mit beim Radeln. Man kann auch mehr überlegen… Einstein z.B. hat auf dem Rad seine Relativitätstheorie entwickelt… Und nicht zu vergessen die Möglichkeiten, die Leute mit Einschränkungen beim Liegeradeln haben…Wenn jemand bereit ist, viel Geld für seine Träume auszugeben, dann soll er es um Himmelswillen tun! Es ist in jedem Fall eine Lebensqualitätsverbesserung.
In diesem Sinne. Inge

inge heitland - 31. Januar 2018 Reply

hallo,
ich vergass zu erwähnen, dass ich ausschliesslich Kettenschaltung und immer Ärger gehabt habe, bis ich im November mein Gekko bekam
Inge

    Maria Jeanne Dompierre - 31. Januar 2018 Reply

    Liebe Inge,

    danke für deine Perspektive.
    Sehr schön, wie du das Glück im Liegen auf (drei) Rädern beschreibst.

    Hast du nun keine Kettenschaltung mehr?
    Dass du noch nicht gehört hättest, “dass Autobesitzer mit allem möglichen Schnickschnack sich über den Preis beschwert haben” – dazu kann ich sagen: Ich auch nicht.
    Was die Steigerung der eigenen Lebensqualität betrifft, wurde schon einiges geschrieben und dennoch möchte ich noch mal zwei Zitate zu diesem Thema einfügen.

    “Meine Eltern hatten zusammen so eine schöne Zeit mit ihren Liegedreirädern, die v.a. jetzt, da die Erinnerungen alles sind, was von meinem Vater bleibt, umso kostbarer ist. Mit Geld lässt sich das nicht mal annähernd aufwiegend.
    Natürlich hätte mein Vater noch ein paar Jahre warten können bis er mehr Geld gespart hätte oder er hätte sich stattdessen eine neue Küche kaufen können. In unserem Falle kann man ganz gut sehen, was schlimmstenfalls passieren könnte, wenn man mit der Erfüllung seiner Träume zu lange wartet. ”
    Aus dem Beitrag https://www.liegeradfrau.de/der-schwerste-blog-beitrag-meines-lebens/

    Und Ruth schrieb von einem 90Jährigen, der sein Trike nur kurz fahren konnte und kommt zu folgendem Schluss:

    “Ich habe aus dieser Begegnung gelernt: Es lohnt sich immer, auch im hohen Alter von 90 Jahren, trotz Behinderungen oder sonstigen Einschränkungen, dem Leben positiv gegenüber zu stehen und den Mut zu haben als Randgruppe innerhalb einer Randgruppe durchs Leben zu fahren.
    Fazit: Ich nehme lieber höhere Preise in Kauf und nehme woanders Einsparungen vor, als dass ich auf Lebensqualität und gute Laune verzichte. Als ich mir im vorigen Jahr ein Differential gegönnt habe schrieb ich meinem Sohn: “Mein lieber Sohn, dein Erbe schwindet dahin.” Er trug’s mit Fassung und hat mir sehr humorvoll eine Rechnung aufgemacht (die ich nicht preisgeben möchte).”
    Kommentar aus https://www.liegeradfrau.de/saftige-preiserhoehungen-2016/

Joachim - 1. Februar 2018 Reply

Hallo Trike-Fahrer,

hier ging es ja ursprünglich um Erfahrungen mit der Pinion-Schaltung am Trike. Dazu kann ich auch noch etwas beisteuern. Ich habe ein Gekko von HP, welches ich mit einer Pinion P1.18 nachgerüstet habe. Schaltung und Ausleger habe ich über Velomo bezogen, diverse Teile, wie Ritzel auf anderen Wegen. Knackpunkt an dem Ganzen sind in der Tat die Kräfte, die auf den Rahmen wirken können, wenn man nicht die passenden Kettenblätter nimmt. Vermutlich hat auch HP deshalb so lange damit gezögert. Es ist ganz wichtig die großen Ritzel zu nehmen, wie es HP jetzt auch macht, um die Zugkräfte auf der Kette im grünen Bereich zu halten. Denn von der Übersetzung her gingen auch deutlich kleinere Ritzel, die dann auch eleganter und vorne besser geschützt wären. Gerade das Ritzel für vorne war nicht ganz einfach zu bekommen, da es einerseits ein Einfachkettenblatt sein sollte, zum anderen aber auch auf die Aufnahme der Pinion passen musste. Mit diesen Bauteilen startete ich den Umbau, um dann diverse Optimierungen noch vor zu nehmen.

Das geht beim Drehgriff los. Ich kannte die gebogenen Röhrchen für die Züge, wie sie auf dem Foto vom Scorpion oben zu sehen sind, bereits von der DualDrive. Sie haben mich nicht überzeugt, da es bei der Pinion auf eine exakte Justierung der Züge ankommt und sich die Röhrchen zu viel verändern. Habe den Drehgriff nun auf einem waagerechten Barend montiert, wo die Abgänge für die Züge nach unten weisen. Das arbeitet viel präziser, auch über weite Temperaturbereiche hinweg.

Ein weiterer Punkt ist die Kettenführung. Die Umlenkrolle unter dem Sitz saß, in der Position von der Kettenschaltung her nicht in der Linie zwischen vorderem und hinterem Ritzel. Das sollte man unbedingt anpassen. Weiterhin neigt die Kette um so mehr zu Schwingungen, je größer die Ritzel sind. Das lässt sich zwar gut mit den Kettenschutzrohren, wie sie HP verwendet, wegdämpfen, führt dann aber zu einem anderen unschönen Punkt. Die Laufgeräusche der Kette in den Schutzrohren sind gegenüber der Kettenschaltung deutlich höher. Dies liegt daran, dass die Kette bei höheren Geschwindigkeiten durch das große Ritzel hinten etwa 3 mal so schnell umläuft, wie bei der Kettenschaltung. Deshalb war ursprünglich mein Plan, die Kettenschutzrohre auf ein Minimum zu reduzieren. Da mir so die Kette 2 mal vom vorderen Ritzel runter ist, habe ich das verworfen. Seit dem ich nun die Kette mehr oder weniger komplett in den Schutzrohren am laufen habe, hatte ich keine Probleme mehr damit! Das mit dem Geräusch ist allerdings auch klagen auf hohem Niveau. Die Rohloff im Rad meiner Frau ist lauter. Zur Pinion selbst muss ich sagen, höre ich nur das Schalten. Die Laufgeräusche, wenn sie überhaupt welche von sich gibt, sind so gering, dass sie von den Geräuschen der Kette übertönt werden.

Die Pinion, so wie sie jetzt an meinem Gekko ist, hat mich voll und ganz überzeugt. Ich möchte sie auf keinen Fall mehr missen. Sie ist jetzt ohne irgendwelche Probleme zu machen, ca 1400 km am Rad. OK, ich weiß, das sind für die Zeit seit Frühjahr 2016 nur wenige km, es liegt aber einfach daran, dass das Gekko immer wieder über Monate nur steht. Einmal kann ich es aus beruflichen Gründen nicht so nutzen, wie ich das gerne machen würde, zum anderen ist mir das Rad zu schade, um damit zu fahren, wenn Streusalz liegt. So fahre ich durchaus auch mal wenn es Frost hat, kann aber eben nicht wirklich mit Erfahrungen mit einem echten Wintereinsatz dienen. Bezüglich Undichtigkeiten kommt es aber primär auf die Temperaturen an, und da hatte ich bis jetzt kein Thema damit.

Der Wartungsaufwand ist minimal. Alles, was da bis jetzt angefallen ist, war 2 mal Ölwechsel. Die Kette hat eine hochwertige Trockenschmierung drauf und hat in der Zeit, durch die Schutzrohre bedingt, gar keine Wartung benötigt. Die Kettenwartung steht jetzt allerdings an.

Zum Schluss noch etwas zu den Kosten. Insgesamt hat mich der Umbau mit allen Teilen inklusive aller Versuche etwas über 2000 Euro gekostet. Dabei war der Satz von Velomo, bestehend aus P1.18-Getriebe, Ausleger, Kurbeln, allen benötigten Schrauben und 2 Ölfüllungen vor 2 Jahren günstiger, wie die oben genannten 1900 Euro von HP jetzt. Man muss dabei ja berücksichtigen, dass bei HP nur die C1.12 enthalten ist! Damit liegt der HP-Preis für mich schon merklich über dem, was eine normale Inflationsrate ergeben würde. In meinem Endpreis ist z.B. auch Pinion-Spezialwerkzeug enthalten, was nicht jeder benötigt, wenn die Fahrradwerkstatt des Vertrauens das ohnehin hat.

Hoffe das hilft dem einen oder anderen bei der Entscheidungsfindung, ob er den Schritt mit der Pinion wagen soll, oder nicht. Es gibt vielleicht auch Hinweise, in welchen Punkten man den HP-Umbau noch einmal genau unter die Lupe nehmen sollte, um das beste Ergebnis zu erzielen.

Viele Grüße

Joachim

    Mike - 8. Februar 2018 Reply

    Hallo Joachim,

    danke für die Infos zur Pinion.
    Zum Geräuschvergleich zur Pinion zu Rohloff war mir schon klar das die Rohloff verliert.
    Besonders weil die Rohloff ja näher am Ohr ist als die Pinion am Tretausleger.

    Zu den Kettenleitrollen von HP wäre zu erwähnen das die 2 O-Ringe in der Leitrolle Jährlich erneuert werden sollen wegen den Lärm. Habe mir Letztes Jahr eine neue Leitrolle rein gemacht und bin entsetzt wie abgenutzt nicht nur die O-Ringe sind. Überlege mir schon länger die Standardleitrolle gegen eine Rolle mit Ritzel zu tauschen. Das gibt weniger Verluste beim Treten und die Kette schwingt weniger. Aber dann kommt das Große aber beim Gekko. Beim Falten besteht die große Wahrscheinlichkeit die Rolle oder Kette kaputt zu machen. Was mich kaum stört weil ich mein Gekko vielleicht 1-2mal im Jahr falte. und dann würde ich vor dem Falten einfach die Schraube lösen und nach dem Falten wieder fest ziehen. Ist halt der Nachteil beim Gekko beim Scorpion ist das ja nicht.
    Da fällt mir gerade auch ein das sicher meine Leitrohre getauscht werden wollen. Bald ist Wartung am Trike da sehe ich mir nochmal die Kettenlinie an ob man nicht was optimieren kann.
    Aber alles im allen muss ich sagen das der meiste Krach nicht von meiner Rohloff kommt sondern von der Leitrolle unter dem Sitz.
    Stelle gerade wieder fest das ich etwas in Bastellaune bin . Aber als erstes fliegt das hintere Schutzblech raus das hat mich genug geärgert werde das gegen ein Alublech tauschen damit ruhe ist.
    Aber das ist eine andere Baustelle.

    Wenn ich mir aber nochmal deinen Bericht durch den Kopf gehen lasse würd ich bei der Pinion glaube eine Leitrolle mit Ritzel rein machen alleine aus dem Grund das Kette wesentlich mehr Umdrehungen macht als zb die Rohloff. Und dann direkt ein Titanritzel wie zb von TerraCycle kann man über Icletta(ICE) beziehen.

    mfg
    Mike

      Eduard J. Belser - 9. Februar 2018 Reply

      Hallo Mike

      Ja, die Leitrolle, die wird stark beansprucht. Sie ist jeweils auch Thema, wenn mein Gekko für die grosse Jahreskur bei Bea in Freiburg steht. Beim Umbau auf die Pinion-Schaltung werden dann auch die Bremsscheiben fällig sein, die sich trotz meines Gewichts erstaunlich lange gehalten haben. Ich hoffe, das bald einige warme, trockene Tage anstehen, damit ich nach Freiburg fahren kann.

      Am Dienstag war ich frustriert. Im Jahresprogramm 2018 von Baumeler Reise ist eine zwölftägige, begleitete E-Bike Reise Bern–Paris ausgeschrieben. Ich habe mich erkundigt ob mein Gekko und ich auch mitkönnten. Aber das geht nicht, wegen der Zollformalitäten und weil mein Gekko zu sperrig ist für den Transport im Begleitfahrzeug. Die E-Bikes werden für den Anstieg über den Jura von Yverdon nach Pontarlier und für den Rücktransport von Paris in einen kleinen Kastenwagen verladen, weil im TGV keine Velos transportiert werden können.

      Nun bin ich am überlegen, ob ich mich mit Kollegen organisieren könnte. Der Aufstieg auf das Juraplateau wäre mit dem Verlad in die Yverdon-Ste-Croix- Bahn kein Problem. Diese hat Niederflurfahrzeuge und entsprechen angepasste Bahnsteige. Für die Rückreise könnte man in Paris einen Transporter mieten. Einer würde ihn fahren und die übrigen könnten den TGV benutzen. In Mulhouse am Bahnhof könnte man sich treffen, den Transporter abgeben und den Rest der Strecke zurück in die Schweiz mit den Velos fahren. Dann gäbe es auch mit dem Zoll kein Problem. Daniel ein erfahrener veloreisender Freund wäre bereit mich zu beraten und ich kenne die Leiterin eines kleinen auf individuelle Kleingruppenreisen spezialisierten Reisebüros. Das Projekt reizt mich.

      Liebe Grüsse
      Eduardq

Eduard J. Belser - 1. Februar 2018 Reply

Hallo Joachim

Herzlichen Dank für Deine präzisen und klar formulierten Ausführungen. Ich habe die Velomo-Lösung auch geprüft und Bea hat sie auf dessen Drängen einem Kunden eingebaut, aber die Seitenkräfte haben genau die von Dir befürchteten Problem gebracht. HP hat das mit einem dickwandigeren Auslegerrohr, den größeren Kettenblatt, Ritzel und Kettenrolle lösen müssen. Hinzu kommt, dass die C-Serie schmäler ist als die P-Serie, was die Seitenkräfte ebenfalls mindert. Zum Gekko ist noch zu bemerken, dass bei einem zu kleinen Kettenblatt das Kettenschutzrohr auf dem rechten Vorderradträger aufliegt und stärker abgenutzt wird. Mein Eindruck bei der Probefahrt war auch der, dass die Geräusche von unten kommen und nicht von vorne.

Ich war mit meinem Wunsch nach der bestechenden Lösung Pinion-Schaltung gegen meine Kettenschaltungspobie zu ungeduldig und bin jetzt froh, dass sich HP die Zeit genommen hat, eine saubere Lösung zu erarbeiten und anzubieten. Diese wurde sicher auch mit eingehenden Spannungsmessungen auf dem Prüfstand und im Fahrbetrieb getestet. Wertvoll ist auch Deine Kostenzusammenstellung, die zeigt, dass HP den Umbausatz zwar zu einem hohen, aber dennoch fairen Preis anbietet. Es ist einfach nicht jede anspruchsvolle Technik zu jedem Tiefstpreis zu haben. Auch die Entwicklungskosten müssen in einer Firma realistisch eingerechnet und abgegolten werden, sonst geht sie pleite und davon hätten wir Kunden gar nichts. Beim Auto geben die Leute ohne mit der Wimper zu zucken Unsummen für völlig Überflüssiges aus und beim Velo wird heftigst über die Preise jedes Teils lamentiert. Das ist auch eine absurd verzerrte Wahrnehmung.

Herzliche Grüsse
Eduard

Kimie - 1. Februar 2018 Reply

Das mag daran liegen, dass die Preise für die Ersatzteile eines Velos oft an denen eines normalen Fahrrades gemessen werden. Hinzu kommt, dass ein Auto für viele zwingend benötigt wird, während ein Liegerad für viele doch eher ein privates Hobbyfahrzeug bzw. Zusatzfahrzeug ist. Autos sind eben selbstverständlicher als Liegeräder und haben eine andere Akzeptanz.

Eduard J. Belser - 1. Februar 2018 Reply

PS: Bei jetzt am Tretlager sitzenden Schlumpf HighSpeedDrive dreht das 31-zähnige Kettenblatt im «Rennmausgang» 2,5 schneller als die Tretkurbeln, was ebenfalls zu leichten Geräuschen im Kettenschutzrohr führt. Ursprünglich waren an meinem Gekko der erwähnte Schlumpf und eine stufenlose NuVinci N360-Nabenschaltung verbaut. Eine Superkombination, die aber leider hinten nicht mit dem GoSwiss Drive kompatibel ist. Ich habe den Gekko so 5 Jahre mit größtem Vergnügen bei geringen. Wartungskosten gefahren.

Interessant wäre zum Motorisieren von Liegetrikes auch der 48-Volt-Antrieb von Continental mit integrierter, stufenloser NuVinci-Schaltung. Bei 48 Volt sind die Kupferdrähte der Wicklungen dünner als bei 36 Volt und das gemeinsame Gehäuse von Motor und Schaltung soll auch nochmals 500 g Gewichtsersparnis bringen. Da gibt es am Hinterrad keine Schaltung bzw. es ließe sich noch eine Zweigangnabenschaltung einbauen um den Entfaltungsbereich zu vergrößern. Vielleicht bringt ja das AZUB Bike auf die EuroBike 2018. Beim HaseBikes TRIGO müsste nur das Blechteil für die Montag von Motor und Akku neu konstruiert werden. Vielleicht experimentiert Marek Hase bereits mit so einer Lösung? Wir wissen es nicht.

Juan - 24. Februar 2018 Reply

Ich bin ja schon lange nicht mehr hier am lesen gewesen und bin total überrascht von der Vielzahl an Beiträge zum Thema. Dass man auf die fehlenden Dichtigkeit der Pinion eingangen ist, hat mich sehr interessiert. Ich muss mein Trike immer waagerecht gefaltet im Gemeinschaftsfahrradkeller verstauen. Ich hoffe, das ich in meinem bevostehenden Neubau bald mehr Platz haben werde. Ich bin kurz davor mir die HP-Konfigurierung anzuschaffen und möchte die Kettenführung so gut wie möglich optimieren. Das Problem der Kettenführungsrolle im Scorpion bleibt ungelöst. Ich bin mit einem normalen 9-fach Schaltwerk unterwegs und hoffe mit dem HP Kettenspanner weniger Geräusche und dass ich durch die dann hoffentlich geringere Reibung eine schnellere Kettendurchlaufgeschwindigkeit erreichen kann, weil der Scorpion F26 seit dem Velomo-Einbau im Mai einfach viel langsamer und anstengender als mit der 27er Kettenschaltung ist. Haltet mir die Daumen, dass sich die Investition die erhoffte Besserung bringt.
Liebe Grüsse an alle. Juan

Maria Jeanne Dompierre - 28. Februar 2018 Reply

Schön, dass du in diesem Blog etwas Spannendes gefunden hast, Juan.
Eduard hat sich ein tolles Thema ausgesucht und einen super Beitrag geschrieben, wie man an den vielen Kommentaren sehen kann.

Halt uns doch auf dem Laufenden, wenn du deine Neuerungen umgesetzt hast!

Eduard J. Belser - 3. April 2018 Reply

Guten Morgen Maria Jeanne

Es ist soweit, das Wetter stimmt. In einer Stunde bin ich bereits in Olten mit dem Gekko am Umstiegen von Regio auf die S3 nach Basel. Vom Bahnhof SBB geht es zu einem kleinen Café zum Frühstück und danach durch die Stadt zum Museum Kleines Klingental, wo ich noch etwas zur Ausstellung zu besprechen habe, von dort weiter zu Zoll und dem Rhein entlang Richtung Freiburg. In Schliengen gibt es eine gute Metzgerei, dort mach ich Pause und rechne damit etwa um Eins auf dem Freiburger Münsterplatz sein.

Um Drei kommen Bea, Harry und Mark aus der Mittagspause und ich kann ihnen den Gekko zum Umbau auf die Pinion-Schaltung anvertrauen. Dann wird es zwei Tage regnerisch und am Freitag soll mich und Dieter schönstes Frühlingswetter für die Rückfahrt erwarten. So, ich muss mich bereit machen.

Bitte drück mir die Daumen, dass alles klappt.

Liebe Grüsse
Eduard

    Maria Jeanne Dompierre - 4. April 2018 Reply

    Das klingt nach einem spitze Tag!
    Endlich ist es soweit. Genieße es!!

Eduard J. Belser - 4. April 2018 Reply

Guten Morgen Maria Jeanne

Herzlichen Dank für Deinen Daumendruck. Es hat alles geklappt. Der Gekko steht im Radhaus und wird am Freitagmorgen abholbereit sein. Das Weter war deutlich besser als es die Wetterprognose erwarten liess, d.h. sonnig und angenehm warm. Ich habe allerdings deutlich gespürt, dass ich wegen meiner beiden Bronchitisinfektionen und des nassen Wetter über den Winter vergleichsweise wenig gefahren bin. Bei Bad Krotzing würde es mühsam. Ich habe dem inneren Schweinehund nachgegeben und mir die stromfressende Unterstützungsstufe 5 gegönnt, das hat geholfen. Der Entscheid zwei Akkus zu kaufen, hat sich einmal mehr voll gerechtfertigt.

Liebe Grüsse
Eduard

PS: Liebe Grüsse soll ich Dir auch vom Radhausteam ausrichten.
Eduard

Maria Jeanne Dompierre - 4. April 2018 Reply

Daumendrücken funktioniert!
Eine lange Winterpause macht sich immer bemerkbar. Und wenn du gerade sowieso in der Rekonvaleszenz bist, umso mehr.

Da ist es wirklich ein Segen, wenn man mit Motor starten kann. Die höchste Stufe kannst du dir ja mit dem Zweitakku leisten. Danke für die Grüße, ich melde mich mal wieder in Freiburg.

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