Baustellen, Tiere und ein Motor, der spinnt

Ihr Lieben,

damit ihr ein bisschen mitbekommt, was die LiegeradFrau gerade umtreibt, schreibe ich euch einfach etwas aus meinem Leben. Liegeradtechnisch gibt es zwar nichts Aufregendes zu berichten, aber sonst sind die Pausen so lange.

Mein Sorgenkind

So leid mir die Bäume und Pflanzen wegen der Trockenheit tun, aber es waren natürlich optimale Bedingungen, um viel zu radeln. Da Luna immer noch gehandicapt ist, unternahm ich nur wenige große Touren und weitete meine Alltagswege aus.

Ich schreibe und spreche nicht so gerne darüber, weil es mir Kummer macht. Aber Luna hatte wieder einen Eingriff, musste erneut geschont werden und alles ist so ein Drama mit ihrem Bein und auch noch nicht vorbei.

Italienisches Windspiel Narkose

Aufwachen aus Narkose

Nach dem letzten Eingriff lief sie schlechter als je zuvor!
Die Fürsorge und Pflege meiner Hundefreundin nehmen sehr viel meiner Kapazität in Anspruch. 

Auch dieses Jahr werde ich meinen Wunsch, auf Radreise zu gehen, nicht erfüllen.
Ich möchte aber nicht jammern. Ich verzichte gerne; es ist schlicht eine Frage der Priorität.

Ohne Küche

Dann haben Paul und ich mal wieder eine Entscheidung getroffen, die uns das Leben schwer macht. "Wir schaffen uns eine neue Küche an" mag in normalen Häusern und Wohnungen innerhalb eines überschaubaren Zeitplans zu organisieren sein. Bei unserer Bude bedeutet so etwas immer einen halben Abriss und Neubau - ok, ich übertreibe ein bisschen.

Ich mache es kurz. Der Boden musste ausgekoffert werden, ein Fundament gegossen.
Trocknungszeit: 6 - 8 Wochen.

Ich bin noch heute stolz darauf wie gut ich meine aufkommende Hysterie unter Kontrolle hielt.
Der Ehemann wäscht seit Mai ohne Kommentar Geschirr in der Badewanne. Das ganze Haus ist eine einzige Baustelle. Ich gehe morgens und abends mit stoischer Haltung im Pyjama durch das bauschuttstaubige Chaos und blende alles aus. Noch nie war ich so gerne zum Arbeiten in meinem Büro! Am besten den ganzen Tag, bitte.

Darf ich vorstellen: meine Küche

M.'s Hornissen und Ziegen

Die Ausflüge auf dem Trike lassen mich für eine Weile vergessen, was mich zuhause erwartet.
Nur die Hunde finden das alles total super. Jetzt steht der Kühlschrank im Eingangsbereich und man bekommt immer mit, wenn Essen herausgeholt wird. Außerdem sind dauernd irgendwelche Spielpartner da, die Quatsch machen. Ach ja, hatte ich schon erwähnt, dass außen am Haus auch etwas saniert wird?

Als ob das alles noch nicht genug wäre, war auch noch ein Baumgutachter da.
Ja, wirklich, den Beruf gibt es. Wusste ich auch nicht.

Marias Hornissen

Für meine alten und großen Bäume habe ich immer einen Baumpfleger hier, der alle drei Jahre die nötigen Pflegearbeiten übernimmt. Der Mann ist ein Schatz. Er klettert mit Seilen in den Kronen umher und schneidet schonend nur das Nötigste.

Eine der beiden rund 200 Jahre alten Linden kränkelt schon länger, und er war besorgt, was er sah. Der Baum ist teilweise ausgehöhlt. Das wusste ich wohl, denn es hatte sich ein Hornissenschwarm darin eingenistet. Direkt vor der Haustüre. Damals war Alva noch ein Welpe, und ich war immer ein bisschen nervös, wenn ich abends noch mal mit ihr in den Garten ging. Mit einem lauten Klatschen flogen die imposanten Insekten an die Haustüre, angezogen vom Licht.

Man braucht wirklich Mumm, die Türe zu öffnen, um hindurchzugehen, wenn da fünf nervöse Hornissen sitzen, die sich in ihrer Nachtruhe gestört fühlen.

Ich aber las, dass Hornissen nur einen Sommer lang ihr Nest bewohnen und sich im nächsten Jahr eine andere Bleibe suchen. So ließ ich sie da sein und lernte mit meinem gestiegenen Adrenalinpegel umzugehen. Es war ja nur für diesen einen Sommer!

Was soll ich sagen? Letztes Jahr (das Jahr darauf) kamen sie wieder und schienen sehr glücklich zu sein. In der Nachbarschaft wurde ich über Nacht zu unbeliebtesten Person der Straße. Über "Marias Hornissen" wurde sich aufgeregt, wenn sich eine durch ein geöffnetes Fenster verirrt hatte. Als hielte ich sie mir als Haustiere! Ich weigerte mich auch das zweite Mal, gegen die geschützten Tiere vorzugehen. 

Heuer, im dritten Jahr, sind sie nicht mehr wiedergekehrt.
Vielleicht merken sie auch, dass der Baum nicht mehr lange durchhält. 

Hat die Konsistenz eines Schwamms

Der Gutachter wusste nicht wie er mir schonend beibringen sollte, dass dieser Baumriese nicht mehr zu retten ist. Er bröselt schon an der Stammbasis geradezu vor sich hin. Das ist sehr gefährlich.

Nun weiß ich eine ganze Menge über Pilze, die Bäume sterben lassen, Standorte und die Dichtigkeit von Holz. Staunend lauschte ich den Vorträgen des enthusiastischen Baumgutachters, der die lateinischen Namen verschiedener Pilze nur so herunterratterte und mir die wissenschaftlichen Messungen von Winden, die auf Bäumen treffen, erklärte.

Also, er versuchte es. Verstanden habe ich, dass Leute wie er genau herausfinden können, wieviele Meter von der Krone eines Baumes eingekürzt werden müssen, um die Windlast auf den Stamm zu reduzieren.

So, und nun kommen wir zu der kuriosesten Geschichte dieses frühen Sommers.

Marias Gast-Kaninchen

Es hatte sich wohl unter der Kaninchenzucht der einen Nachbarn herumgesprochen, dass ich Tiere sehr liebe und bei mir so eine Art Bullerbü-Atmosphäre herrscht. Sie kamen immer mal wieder für einige Tage bei mir vorbei bis sie wieder eingefangen worden waren. (Die Kinder sind nicht immer vorsichtig, wenn sie die Verschläge öffnen.)

"Da ist ein Tier im Badezimmer", sagt der Ehemann vor ein paar Wochen zu mir, "es hat vier Beine und ist groß, fängst du es bitte ein, du hattest die Haustüre offen stehen lassen." Nun muss man wissen, dass für alle Tiere, auch die kriechenden mit langen behaarten Beinen, immer ich zuständig bin. Ich habe keine Angst und empfinde keinen Ekel. Kleine bis mittelgroße Spinnen nehme ich auf die Hand und trage sie hinaus.

Aber ein vierbeiniges großes Tier im Badezimmer? Da bekomme auch ich ein mulmiges Gefühl.
Ich konnte es nicht finden.  Die Köttel in der ganzen Wohnung jedoch, besonders unter den Möbeln, verrieten den Besuch eines Langohrs.

Da hatte sich ein Zwerg-Kaninchen im Garten eingenistet.
Gleich drei exquisite Wohnungen hatte es sich eingerichtet, schön um die Terrasse herum verteilt. Da es den Menschen gewohnt ist, lag es manchmal der Länge nach ausgestreckt in der Sonne neben uns und erfreute sich des Lebens. 

Bis es Bekanntschaft mit meinen beiden Jägerinnen machte, die ja speziell für die Kaninchen- und Hasenjagd gezüchtet werden. Voller Schrecken verfolgte ich die Verwandlung meiner beiden süßen Hündchen in blutrünstige Killermaschinen. Alva kreischte in den höchsten Tönen als ich sie kurzerhand hochhob, um sie ins Haus zu tragen. Das Kaninchen kam noch mal davon.

Nach ungefähr drei Wochen war Hasi wieder zu Hause bei seiner Familie. Jetzt habe ich im Garten ein paar Tunnel aufzufüllen. 

Marias Ziegen (die es nicht gibt)

Nach "Marias Hornissen " gab es dann plötzlich ein Gerücht über "Marias Ziegen".
Ein erboster Nachbar (aber ein weit entfernt wohnender, eigentlich kein Nachbar mehr, sondern drei Straßen weiter weg wohnend) fragte mich aufgebracht, ob ich mir wohl einbildete "einen auf Bauernhof zu machen?"
Also das war mir ja völlig neu.

Wer sich Hornissen hält und damit das Leben seiner Nachbarn fahrlässig aufs Spiel setzt und dann noch so ein komisches Fahrrad fährt, dem traut man so ziemlich vieles zu. Seit kurzem bimmeln Tag und Nacht irgendwelche Tierglocken von irgendeiner Weide.

Klar, dass sich die Verrückte mit ihrem bescheuerten Rad und den halb verhungerten Hunden bestimmt Ziegen auf das Grundstück gestellt hat und denen aus "Landlust"-Nostalgie Glocken umbindet! Und tagsüber damit alle nervt und nachts um den Schlaf bringt.

Das ließ sich schnell klären. Der Landwirt war's. Er hat seinen Leitkühen schöne große Glocken umgehängt, weil er hörte, dass in gewisser Entfernung ein Wolf gesichtet worden sei. Falls dieser nun eventuell auf die Idee kommen sollte, seine Rinderweide heimzusuchen und die Tiere vor Panik ausbrächen, wolle er dank des immensen Lärms, den die Glocken schlagen, ganz schnell seine Herde wiederfinden. Ich gebe das extra sehr sachlich hier zu Protokoll.

Das erinnert mich an meinen norwegischen Besuch vor zwei Jahren. Alles war irgendwie idyllisch, wir saßen in einer lauen Sommernacht auf der Terrasse. Da kam plötzlich der Wolf als Thema auf. Die Szene ist schnell erzählt. Ich finde viele Argumente, die für die Ansiedelung des Wolfes sprechen und einige wenige dagegen. Aber ich nehme die Argumente derjenigen, die dagegen sind, ernst und höre zu.

Als der Mann jedoch merkte, dass ich nicht umzustimmen war, regte er sich fürchterlich auf und rief, dass ich das ganz anders einschätzte, wenn ich, wie er, Kinder hätte, die in Lebensgefahr schwebten, wenn sie auf dem Weg zur Schule ein Wolf angriffe, um sie aufzufressen. 

Als ich meinem Onkel und seinem Bruder von der Angst einiger nordeuropäischer Männer vor kinderfressenden Wölfen erzählte, brachen sie in schallendes Gelächter aus. 

Ich hatte die beiden in einem Video-Anruf getroffen. Sie waren gerade in einer Jagdhütte in den Wäldern Kanadas und hatten mir ein Foto eines umherstreunenden Bären geschickt, das ich gerne mit euch teile.

Technische Probleme mit meinem Trike

So, und zum Schluss habe ich nun doch noch ein Trike-Thema.
Ich habe nämlich seit einigen Monaten ein Problem, das sich zunehmend verschlimmert.

Es begann damit, dass sich auf dem Display nichts tat, wenn ich einen Knopf drückte. Das System reagierte einfach nicht. Ich reagierte genau so irrational wie wohl die meisten: mehrfaches Drücken der Knöpfe bei ansteigendem Kraftaufwand.

Dann ließ sich das System nicht mehr ausschalten. Nur das kurze Abnehmen und Wiedereinsetzen des Displays in den Halter schaltete das System aus. Das ist besonders während der Fahrt total spitze (Ironie aus). 

Irgendwann stellte sich das System komplett aus, einfach so, ohne vorheriges Betätigen der Knöpfe. Das bescherte mir vor allem dann grandios gute Laune, wenn ich mit Hundeanhänger und Einkäufen bepackt, mitten am steilen Berg war (jetzt aber endgültig: Ironie aus).

Probehalber nutzte ich Pauls Display. Es war besser, aber nicht behoben. Sprich, das System schaltete jetzt nur nur noch halb so oft aus und reagierte manchmal auf den Befehl zum Ausschalten.

Ich hatte bemerkt, dass an meinem Display und den Kontaktstellen am Displayhalter Erosionsspuren waren.

Kontakstelle Displayhalter

Rückseite Display: oben ist es rostig

Meine Fachwerkstatt hat glücklicherweise zur Zeit das gleiche Problem wie die meisten Fahrradhändler: bedingt durch Corona ist noch viel mehr zu tun als ohnehin meist zur Hochsaison.
Der Betreiber wollte mir gerne behilflich sein, aber hatte einfach viel zu viele Kunden derzeit.

"Ich habe eine Idee woran es liegen könnte, müsste aber eventuell verschiedene Dinge ausprobieren bis ich das Problem identifizieren kann", meinte er am Telefon. Um nicht lange auf mein Trike verzichten zu müssen, riet er mir, selbst tätig zu werden. "Ruf in Kriftel an und frage, ob sie dir eine Docking Station zuschicken, die du provisorisch montierst. Wenn es daran liegt, komm vorbei, und ich baue dir alles sauber ein."

Anruf in Kriftel

In Kriftel bekam ich nicht nur die Bestätigung des Verdachts meines Fachmanns, sondern auch einige Informationen über die Funktion der Technik am Motor und am Display. Außerdem ein sehr vorsichtig platzierter Hinweis, ich möge doch bitte vielleicht hier und dort die Bedienungsanleitung des Motorenherstellers lesen, als ich mich nach Pflege und Reinigung der Kontaktstellen erkundigte.

Wie kann es denn aber sein, dass nur nach drei Jahren ein Austausch notwendig ist?

Zunächst mal muss ich mich wohl in der technischen Realität wiederfinden. Drei Jahre sind anscheinend ein realistischer Zeitraum, in dem das ein oder andere Teil schlapp macht. Der Mitarbeiter am Telefon war sehr sachlich, aber ich könnte mir vorstellen, dass er ein Lächeln unterdrücken musste.

Wenn ich mit Inbrunst von meinem Computer behaupte, dass er mich technisch auf dem neuesten Stand unterstützt, lacht mich der Mann an meiner Seite immer aus. Nach vier Jahren sei er eigentlich schon "alt" ...

Es scheint, dass die Pedelec-FahrerInnen unter uns ähnlich bezüglich unserer technisch hochgerüsteten Rädern umdenken sollten. Ich hoffe, ich kann mit diesem Beitrag einen Impuls setzen. Laienhaft ausgedrückt: wir radeln mit kleinen Computern umher, die nach drei Jahren nicht mehr ganz die jüngsten sind.

Leider sind gerade die Kontaktstellen zwischen Display und Halterung der wundeste Punkt am System. Ihr wisst, das ich auch bei nassem Wetter radle und das Trike manchmal bei Regen in der Stadt geparkt wird. Da ich befürchte, ein Witzbold könnte mir das Display klauen, nehme ich es immer ab.

Ich habe nun folgendes erfahren:

1.

Es dringt immer Feuchtigkeit zwischen Display und Halter ein. Man muss das hin und wieder gut abtrocknen und das Display beim Parken zu Hause (wenn man es trocken unterstellen kann) dazu abnehmen. Durch die Korrosion bekommen die Kontaktpunkte nicht mehr sauber Kontakt zueinander. Allerdings führt auch häufiges Abnehmen zu folgendem Problem:

2.

Häufiges Abnehmen und Wiederanbringen des Displays führt dazu, dass der Kunststoff, der auf der Schiene läuft, abreibt. Das ist zwar minimal. Vorläufig. 


Aber im Laufe der Zeit genügt der Abrieb, dass die Kontaktstellen nicht mehr satt aufeinandertreffen. Der Kontakt wird unterbrochen. So erklärt sich, dass immer mal wieder die eine oder andere Funktion ausfällt, vor allem, wenn der Untergrund sehr holprig ist.

3.

Wird der Kontakt zwischen den Metallpunkten unterbrochen, kann es sein, dass nur eine Funktion ausfällt, wie z.B. dass die Unterstützungsstufe nicht mehr reguliert werden kann, wie das bei mir der Fall war.

Das kann zur Folge haben, dass das System verwirrt reagiert und sich dann einfach ganz ausschaltet. Diese Steigerung habe ich schon erreicht.

Fazit

Häufiges Abnehmen und Anbringen des Displays hat irgendwann, wegen des Abriebs, diese unerfreuliche Konsequenz. Es bleibt uns nichts anderes übrig als in Ersatz zu investieren.

Wer das vermeiden möchte, muss Mut haben, das Display auch beim Parken in der Öffentlichkeit am Trike zu lassen. Ich glaube, ich werde lieber in Kauf nehmen, immer mal wieder etwas austauschen zu müssen.

Wegen der eindringenden Feuchtigkeit muss man im Herbst und Winter trotzdem regelmäßig das Display abnehmen, um die Kontaktstellen zu trocknen. Es nie abzunehmen, wird als Vermeidungsstrategie also nicht funktionieren. Aber immerhin kann man so den Prozess verzögern.

Ich muss aber ehrlicherweise auch erwähnen, dass ich das Display im Schnitt fünfmal pro Woche abnehme und wieder anbringe. So bekommt ihr eine realistische Idee davon, wie es innerhalb von drei Jahren zu so einem Verschleiß kommen kann. Und ich habe in dieser Zeit die Kontaktstellen nie abgetrocknet. Ich verstärke das Problem natürlich noch, indem ich zum Ausschalten des Displays, das Display kurz abnehme, um den Kontakt zu unterbrechen.

Ich werde nun also über meine Werkstatt eine "Docking Station" bestellen (das ist der schicke Ausdruck für Displayhalter) und mich mit dem Betreiber absprechen, wann er Zeit hat, sie anzubauen, damit ich nicht auf mein Trike verzichten muss. Momentan fahre ich fast täglich, ich möchte es nicht hergeben. Ich habe mich an die Fehlfunktionen schon gewöhnt und nehme sie noch eine Weile in Kauf.

Klar, ich könnte die Halterung auch selbst anbringen. Das ist nicht kompliziert. Aber es gibt einen Schwachpunkt, und das ist das kleine Käbelchen dahinter. Es ist sehr empfindlich und kann schon bei kleinster Quetschung Schaden nehmen. Dieses Risiko möchte ich gerne auslagern.

Docking Station und Klopapier

Was haben sie gemeinsam?
Ich weiß nicht wie es euch geht, die ihr auch den GoSwiss Motor verbaut habt.

Aber ich bekomme manchmal Angstschweiß bei dem Gedanken, dass ich irgendwann mal keine Ersatzteile mehr bekomme. Zu meiner Beruhigung müsste ich mir einen kleinen Vorrat der Teile anschaffen, von denen ich jetzt schon weiß, dass ich sie immer wieder brauchen werde.

Ich habe mir sogar schon überlegt, ob ich mir prophylaktisch schon mal ein neues Display kaufe und es aufbewahre bis mein altes den Geist aufgibt. Denn das kann auch in zwei, drei Jahren relevant sein.

Das alles klingt natürlich etwas paranoid und erinnert mich an die Hysterie, als die Klopapierregale in den Geschäften leergeräumt waren.

Zeitdimensionen

Wenn bei euch so ein technisches Problem auftauchen sollte, könnt ihr euch die ganze Wut und Aufregung sparen. Es bringt nichts. Lasst nachschauen, ob die Ursache die gleiche ist wie bei mir und nehmt hin, dass man auch bei einem "noch nicht so alten System" schon Verschleißerscheinungen hat und Ersatz notwendig ist. 

Es ist in meinem Falle natürlich gar nicht garantiert, dass das die Ursache ist. Es könnte sein, dass ich mir Ersatz besorge und dabei ein anderes Problem vorliegt. Aber da die Wahrscheinlichkeit hoch ist, gehe ich das Risiko ein. Natürlich werdet ihr davon erfahren.

In der Welt der Computer und Technik haben für Hersteller solcher Systeme Zeiträume andere Dimensionen als für uns VerbraucherInnen. Das ist teilweise schwer zu schlucken. Neulich las ich in einem Forum für Pedelecs, dass jemand ein zweieinhalb Jahre altes Pedelec, ausgestattet mit einem System von einem der ganz großen Motorenherstellern, hatte, bei dem  ein sehr teures Teil ausgewechselt werden musste. Der Hersteller empfahl einen neuen Motor der neuen Generation. Finanziell war das durchaus eine Überlegung wert.

Der Mitarbeiter von HP Velotechnik versuchte mich zu trösten. Ein neues Display wäre viel teurer als so eine Halterung. 

Aber o Gott, da kommt diese paranoide Tendenz sofort in mir hoch. Muss ich mir jetzt nicht zur Sicherheit gleich noch ein Display kaufen? Und wenn das irgendwann kaputt geht ... brauche ich zwei auf Vorrat? Auch die Halterung; lieber bestelle ich gleich zwei oder so ...
Hilfe! Ich leide unter dem Klopapier-Syndrom!!

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Klaus-Peter - 6. Juli 2020 Reply

Hallo Maria Jeanne,
danke für den, wie immer, gut geschriebenen Bericht.

Zum Thema meine Erfahrungen:
GSD – 5 Monate (nach 2,5 Jahren Nutzung ) ohne Motor – was defekt war konnte oder wollte man mir nicht sagen – nach der Reparatur: nach 2 Tagen erneuter Defekt – nach weiteren 4 Wochen wiederbekommen – das “Lager” war es diesmal, war die Auskunft.

Displayhalter: vor 2 Jahren (Gott sei dank hatte ich noch Garantie) defekt – nach 6 Wochen hatte ich einen neuen. Mein Händler empfahl mir das Display festzuschrauben – gesagt, getan – bisher hatte ich keine Probleme mehr.

Da ich leider nicht so gut schreiben kann, war das meine Kurzfassung.

Herzliche Grüße und behalte deinen Optimismus.

Herzliche Grüße

Klaus-Peter Scholz

    Maria Jeanne Dompierre - 6. Juli 2020 Reply

    Lieber Klaus-Peter,

    danke für eine Erfahrungen.
    Uiuiui – da hast du aber eine Odyssee hinter dir!

    So lernt man auch Geduld. Ja, das Display kann man festschrauben gegen Diebstahl.
    Ich hatte mir das auch überlegt, aber dann würde ich es bestimmt in der nassen Jahreszeit nicht trocknen.

    Vielleicht schraube ich es im Frühling an?
    HP Velotechnik empfahl, eine Tüte darüber zu ziehen, wenn ich es im Regen parke.

    Meinen Optimismus behalte ich bestimmt. Ich habe ja euch, die mir beim Jammern zuhören, das hilft 🙂

    Aber ernsthaft: Wenn wir voneinander lesen und merken, dass unsere Probleme nicht außergewöhnlich sind, wird man doch wieder ruhig. Und der Humor kommt auch nicht zu kurz, das ist am wichtigsten.
    Bisher lief mein Motor einwandfrei, das muss ich ja auch mal betonen.

    Und in meinem Falle bin ich an der Situation wirklich selbst schuld.

    Schön, dass du geschrieben hast, gerade wenn dir das Schreiben nicht so leicht fällt.
    Liebe Grüße!!

Thomas - 7. Juli 2020 Reply

Moin,

ich würde die Kontaktflächen mit einen leichten Schutzfilm aus Vaseline versehen.

Je nach der Qualität des verwendeten Kunststoff’s sollte man aber nicht zuviel auftragen und auch nicht großflächig, weil das Material ‘weich’ werden könnte. Ein Q-Tipp und leicht antupfen, nur um vor Feuchtigkeit zu schützen und Korrosion zu verhindern.

Bin gespannt wie es bei dem neuen Neodrive System gelöst ist. Wenn die netten Leute aus Kriftel diese Schwachstelle kennen, habe sie hoffentlich die Erfahrungen positiv einbringen können.

LG
Thomas

    Maria Jeanne Dompierre - 8. Juli 2020 Reply

    Auf den Neodrive Motor bin ich auch schon gespannt, Thomas
    Grüße!

      thomas - 13. Juli 2020 Reply

      Hallo Lieblingsliegeradfrau,

      mein S-Pedelec Scorpion ist bestellt. Hatte von einem netten Herrn bei HP-Velottechnik den Hinweis bekommen, dass die neuen Trikes mit Neodrive Motor ausgerüstet werden. Bestellung am 02.07. raus und drei Tage später der Dämpfer. Ausliegerung wegen fehlender Hardware erst im November.
      Wie der Händler mir sagte läuft der Motor wie der Vorgänger, aber der “drückt mehr hinten raus” 🙂 Sorry, O-Ton in einem sehr netten privaten Gespräch. UND der Motor soll nicht so anfällig sein, wie z.B. auch das Display mit den bekannten Problemen.

      Bis bald
      liebe Grüße
      Thomas

        Jürgen Gradenegger - 14. Juli 2020 Reply

        Hallo Thomas,

        das ist ja hochinteressant für mich! Ich wollte mir ja letztes Jahr genau so ein Rad als Pendel und Tourenrad zulegen. Leider hat sich GoSwissDrive genau zu diesem Zeitpunkt vom Markt verabschiedet. Das war mir dan doch zu heiß. Insofern wäre ich über Berichte zu deinem Rad, wenn es den endlich da ist, sehr erfreut. Denn ganz gestrichen ist der Wunsch noch nicht. 🙂 Die Lieferzeit ist natürlich eine doffe Sache. Das scheint aber durchaus normal in der Fahrradbranche zu sein. Das Riese und Müller Delite, dass ich mir dann letzes Jahr als S-Pedelec gejkauft habe, sollte auch in 3 – 4 wochen da sein. gedauert hats dann 12 Wochen.

        Herzliche Grüße

        Jürgen

          Thomas - 14. Juli 2020 Reply

          Moin Jürgen,

          ich hörte vom Wehklagen der Fahrradhändler (Tagepresse), sie kommen nicht mehr gegen die kaufwütigen Kunden an. Pedelec’s verkaufen sich wie nie zuvor. Der Gebrauchtfahrradmarkt brummt ebenso….
          Klar, dass die Hersteller ebenfalls Probleme mit der Fertigung haben, besonders noch mit den Beschränkungen etc., die Lieferengpässe durch die Asien-Ware macht sich bemerkbar. Viele Schiffe liegen vor der Nordseeküste auf Reede (selbst gesehen, auch die von “Mein Schiff”) und warten tageweise auf Plätze in den Häfen zum Löschen der Ladung….. einfach, weil die Corona Politik ihren Tribut fordert.

          Nun dürfen wir hoffen und wie gesagt, der Neue soll besser sein. Was zu beweisen wäre.

          Der HP Mitarbeiter aus dem Vertrieb sagte, alle Vertriebspartner sind informiert. Auch der Konfigurator auf deren Homepage bietet nur noch den neuen Motor an!

          Dann viel Spaß beim Aussuchen deiner Details und der Bestellung!

          Viele Grüße
          Thomas

          Jürgen Gradenegger - 15. Juli 2020 Reply

          Hallo Thomas,

          danke für deine Antwort. Ja die Lieferproblematik betrifft nicht nur die Fahrradhersteller. Bei mir wir die Bestellung noch etwas warten müssen, da jetzt ja erst ein S-Pedelec gekauft habe. Das ist mein Dienstrad und die laufen in der Regel drei Jahre. Aber mal schauen. Es juckt mich schon, da es einfach ein tolles Bike mit innovativer Technik ist.

          Herzliche Grüße und hoffentlich bald allzeit gute Fahrt!

          Jürgen

          Thomas - 16. Juli 2020 Reply

          Moin Jürgen,

          der Trend geht eindeutig zum Zweitrad, kann man auch sauber in Dienst- und Freizeitrad trennen.
          Uns beiden ist wohl klar wie schnell dein Freizeitrad auch zu deinem Dienstrad wird, so what! 🙂

          Die Technik begeistert mich als alten Flugzeugmechaniker und Maschinenbautechniker natürlich! Aber einfach sinnbefreit grinsend durch die Gegend fahren…. Mein Händler hat mir bestätigt, das passiert ihm nach über 13 Jahren mit dem Scorpion noch!!!

          Hast du mal gesehen wir relaxt Maria in den Videos rüberkommt? Das erzeugt ein unwillkürliches ‘will ich auch haben’ Baugefühl bei mir.

          *lach* Hey, ich mach hier keine Werbung für das Rad xy der Firma z, es geht mir um das Lebensgefühl sich so fortbewegen zu können! Das ist der Luxus den ich mir leiste und das geht mit jedem schönen Liegerad!

          Viele Grüße aus Rethorn und viel Spaß bei Rad fahren….

          Thomas

          Jürgen Gradenegger - 16. Juli 2020 Reply

          Hallo Thomas,

          das mit dem Dienst und Freizeitrad kann ich nur bestätigen. Ich hab mein vorheriges Dienstrad behalten, ein Pony bzw. Tinker, wie es heute heisst. Auch von Riese und Müller. Ich schauch mich gerade ncah einem grebrauchtne Liegerad um, weil auch bei mir das “haben will”- Gefühl vorhanden ist. Zumal die Sitzposition wesentlich ergonomischer und aerodynamischer ist. Mal schauen was noch so kommt. 🙂

          Ich wünsch auch dir allzeit gute Fahrt und viel Spaß mit deinem Rad!

          Herzliche Grüße aus Schwäbsich Hall,

          Jürgen

Peer-Michael Preß - 8. Juli 2020 Reply

Hallo Maria Jeanne,

als Premiumhändler und Werkstatt für HP Trikes direkt vor Ort in Detmold können wir dir gerne bei deinem Problem schnell und flexibel helfen. Würde mich über einen Kontakt freuen.

Herzliche Grüße
trike-x-press

Peer

    Henrike - 8. Juli 2020 Reply

    Hallo Peer-Michael,

    schade, dass es euch 2016 noch nicht gegeben hat. Dann hätte ich mein Kettwiesel Evo Steps bestimmt bei euch gekauft, da es bis nach Detmold von meinem Wohnort aus nicht so weit ist.

    Herzliche Grüße
    Henrike

      Peer-Michael Preß - 9. Juli 2020 Reply

      Hallo Henrike,

      2016 standen wir wirklich noch am Anfang… Falls du mal ein Problem mit dem HASE Kettwiesel Evo Steps hast oder einfach nur eine Inspektion machen lassen möchtest, wir helfen gerne. Auch ohne Probleme kannst du uns natürlich gerne mal besuchen, wir freuen uns. 🙂

      Herzliche Grüße

      Peer

Maria Jeanne Dompierre - 8. Juli 2020 Reply

Hallo Peer-Michael,

danke für den Zaunpfahl 🙂
Tatsächlich hat mich ein Herr schon mal auf euch angesprochen, aber ich kannte euch nicht.

Ein Vororttreffen zum gebürtigen Kennenlernen ist ja hier wohl Pflicht!
Ich melde mich.

    Peer-Michael Preß - 8. Juli 2020 Reply

    Gerne 😉 Wir freuen uns auf deinen Besuch!

Jürgen Gradenegger - 8. Juli 2020 Reply

Hallo Maria,

das sind ja schöne Geschichten über Besucher bei dir! Auch die Geschichten über besorgte Nachbarn finde ich immer wieder spannend. Über was man sich alles aufregen und sorgen kann? Und dann macht man auch noch so kommische Sachen, wie spezielle Räder fahren. So was kenne ich auch. Ich lebe deswegen eigentlich schon immer nach dem Moto: Es lebt sich gänzlich ungeniert….! 😉

Die gesundheitlichen Probleme deiner Luna tun mir wirklich Leid. Da hat ja jede Rasse so ihre Schwächen. Ich hoffe es wird bald alles gut. Zu maroden Bäumen könnte ich auch was erzählen. Ich habe einen guten Freund, der eine mehrere hundert Jahre alte Kastanie im Hof stehen hatte. Die fiel eines schönen Tages einfach so um. Gott sei Dank nicht aufs Haus. Die war innen fällig marode und niemand hat´s bemerkt. Das war ein Hallo, kann ich dir sagen.

Und was die technischen Probleme angeht, könnte ich dir auch einiges berichten. Da ist kein Hersteller völlig frei. Problematisch ist bei dir in der Tat, dass GoSwissDrive den Betrieb eingestellt hat. Es wird nicht ewig Service geben. Von daher kann ich deine Befürchtungen gut verstehen. Mir ginge es genauso. Man wird da schnell zum Jäger, Sammler und Horter! Das war ja auch der Hauptgrund, warum ich letztes Jahr auf einen Kauf verzichtet habe. Da dieses Bike mein Pendelrad gewesen wäre, träfen mich solche Probleme doch recht hart. Zumal mein Delite von Riese und Müller und Bosch System auch schon die ein oder andere Macke gezeigt hat. Das liegt mit Sicherheit auch an meiner intensiven Nutzung. Aber die Systeme altern doch recht schnell. Dein Vergleich mit rollenden Computern trifft es doch recht gut. Ich wünsch dir, dass du die Problem in den Griff bekommst und die Küche bald fertig wird!

Herzliche Grüße

Jürgen

    Maria Jeanne Dompierre - 8. Juli 2020 Reply

    Hallo Jürgen,

    danke für den Trost.
    Dass so alte Bäume äußerlich unversehrt aussehen und dann irgendwann umkippen, weil sie innen total ausgehöhlt sind, ist gar nicht so selten. Bei mir wäre das auch irgendwann so.
    Es fällt mir wirklich sehr schwer, mich von diesem Baum zu verabschieden. Aber er ist ja gar nicht mehr sehr lebendig.

    Ich finde es sehr interessant, was du von deinem Pedelec berichtest. Das hilft doch sehr, die technischen Herausforderungen unseres Nischenprodukts in Relation zu setzen. Bei allen gibt es diese Schwächen.

    Alles Liebe dir!

Jürgen Gradenegger - 10. Juli 2020 Reply

Hallo Maria,

ja, mein Freund war auch ganz erschüttert. Vor allem da es ganz unerwartet kam. Man gewähnt sich doch an das Gehölz. Jetzt steht da eine schnellwachsende Plantane . Zu technischen Schwächen von High-Tech Rädern, wie wir sie fahren, kann man nur sagen, das es wohl kein System gibt, das fehlerfrei und perfekt ist. Aber solange sich die Fehler und Probleme in Grenzen halten bzw. lösen lassen geht es ja. man wird gelassener, wenn man die ersten Schwächen ausgemerzt hat. Da ist das Rad mittlerweile dem Auto ähnlich. Da spinnt die Elektronik ja auch immer öfter. 😉

Herzliche Grüße

Jürgen

Norbert - 12. Oktober 2020 Reply

Hallo Maria,
ich fahre auch ein fs mit GoSwiss-Motor (seit genau 2 Jahren; fahre ca. 10.000 km pro Jahr). Bisher hatte ich nur sehr sporadisch eine Fehl-Reaktion des Systems (reagiert nicht auf ‘+’, nachdem der Motor z.B. durch Bremsen auf ‘-2’ stand). Aus- und wieder Einschalten behebt das. Das tritt dann zwei- oder dreimal auf und dann ist gut. Klingt auch nach diesem Kontaktstellen-Problem.
Bisher hatte ich das Display nie abgemacht.
Bin also SEHR zufrieden, für mich ist der Motor stärker als der vorherige BionX und die Akkus halten wesentlich länger 😉 Ich hoffe, der Motor hät noch einige Jahre durch!
Danke für deine Infos!
Norbert

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