2 oder 3 Räder – was ist besser?

 

Liegedreirad FahrerInnen sind sich sicher: Es gibt nichts besseres als ein Trike, das Fahrgefühl ist nicht zu toppen. Bei der Anschaffung fällt die Entscheidung, welche Art von Liegerad es sein soll, nicht immer leicht.

Liegedreirad

 

Plus

+ Fahrkomfort – auch ohne Erfahrung kannst du einfach draufsitzen, dich anlehnen und losfahren

+ Balance – weder beim Anfahren noch im Schritttempo wackelt das Liegerad, du musst gar nichts tun, um die Balance zu halten

+ Fahrgefühl – es macht großen Spaß und erinnert an ein Kettcar oder Go-Kart

+ Sicherheit – Schulterblick nach hinten oder das Vorlehnen, um etwas sehen zu können, ist völlig unproblematisch, du kannst nicht stürzen

+ Abstellen – mit Parkbremse kannst du dein Gefährt überall abstellen, auch auf unebenem und unbefestigtem Untergrund.

 

Minus

– je nach Konstruktion und Hersteller kann es in den Kurven kippeln

– Tempo – durch die drei Räder bist du langsamer unterwegs

–  Platz – du brauchst mehr Platz: sowohl beim Unterstellen als auch beim Passieren engerer Stellen oder beim Transport

– Schieben –  bergauf schieben ist sehr unbequem

– Kosten – die Anschaffung ist häufig hochpreisiger als ein vergleichbar ausgestattetes einspuriges Liegerad und  du hast 3 Reifen, die von Verschleiß oder Pannen betroffen sein können

 

Einspuriges Liegerad

 

Plus

+ Tempo – je nach Modell kannst du ein hohes Tempo erreichen und sehr sportlich fahren

+ Platz – du brauchst kaum mehr Platz als bei einem Aufrechtrad und kannst meistens dein Liegerad auch an öffentlichen Fahrradabstellplätzen anschließen

+ Gewicht – ein Liegedreirad wiegt in der Regel mehr

+ Schieben – beim Schieben kannst du normalerweise den Lenker gut erreichen und die Richtung leicht bestimmen und durch das geringere Gewicht ist bergauf auch kein Problem

+ Sitzposition – meistens sitzt du wesentlich höher als auf dem Liegedreirad

 

Minus

– Balance – im Schritttempo, beim Anfahren und als Anfängerin kommt es beim Halten des Geleichgewichts zu Schlenkern, beim Anhalten muss ein Bein auf den Boden

– Gepäck – hohe Zusatzladung macht sich beim Balance halten bemerkbar

– höhere Hemmschwelle – AnfängerInnen fühlen sich unsicher und müssen “üben”, weil sie fürchten zu stürzen

 

Die Listen sollen nur einen sehr groben Überblick geben, was für oder gegen ein Liege(drei)rad sprechen kann, denn natürlich kannst du bei entsprechender Kondition auch sehr schnell mit dem Liegedreirad fahren oder findest es eventuell ziemlich leicht, beim Anfahren mit dem Liegerad die Balance zu halten. Es fehlen viele Aspekte in den oben aufgeführten Punkten und sie soll dir lediglich den Anfang bieten, eine solche Liste für dich selbst zu erstellen, wenn du vor der Frage stehst, wie du dich entscheiden kannst. Die Entscheidung für das eine oder andere Konzept ist sehr individuell und am besten findest du das heraus, indem du praktische Erfahrungen sammelst und die verschiedenen Modelle ausgiebig ausprobierst.

Ich selbst nehme z.B. in Kauf, dass ich mein Liegedreirad nur an wenigen Abstellplätzen für Fahrräder anschließen kann und einen geeigneten Ort zum Abstellen finden muss. Ich habe genug Platz in der Scheune für zwei Scorpions und einen Hundeanhänger und fand eine Lösung, wie alle drei mit einem Auto transportiert werden können Link. Für mich ist der Komfort, den mir das Trike gibt, all diese “Nachteile” wert, denn ich finde es toll, dass ich keine Balance mehr halten muss und empfinde viel mehr Spaß beim Fahren. Aber das ist eben eine sehr subjektive Einschätzung und hat keinen Allgemeinwert.

Welches Liegerad fährst du? Schreibe im Kommentarfeld einige Ergänzungen zu der angefangenen Liste und lasse andere LeserInnen von deinen Erfahrungen profitieren, damit ihnen die Entscheidungsfindung leichter fällt.

 

 

Leave a Reply 28 comments

Martin - 19. Juli 2013 Reply

Hallo,

ich hoffe hier auch posten zu könnne.

Ich fahre mehrere “normale” Räder aber auch ein AnthroTech Trike ist dabei. Ausgerüstet mit der 14er Rohloff.

Im Flachland gut bis sehr gut zu fahren.
In Holland am Deich wurde die Tore irgendwann zu eng. ;(

Steigungsstrecken sind anstrengend. Würde ich oft in die Verlegenheit kommen soetwas fahren zu müssen, dann würde ich mir ein zweites Kettenblatt vorn montieren um einen “Berggang” zu bekommen.

Umkippen ist ohne weiteres möglich. Radwege mit einseitigen, durch Wurzeln erhöhte Stellen. Oder schwere Taschen.

War mit dem Trike und BOB Yak in Holland unterwegs. Probleme auch bei Brücken oder in Bahnhöfen und im Zug.
https://www.facebook.com/martin.bruns.71/media_set?set=a.148959271797960.26787.100000516652096&type=3

Touren mit anderen Radfahrern mache ich mit dem Trike nur, wenn auch Liegeräder.

Sichtbarkeit für Autofahrer ist natürlich schlechter, aber auch auf normalen Rad wird man gern übersehen. Ich habe jetzt auch den großen Wimpel dran, passe aber sehr auf, da keine Knautschzone vorhanden.

Im großen und ganzen ein schönes Rad.

Ein einspuriges Liegerad wollte ich mir auch noch kaufen und hatte ein Schnäppchen, aber kam damit nicht zurecht. Ich war nicht betrunken, fühlte mich aber so. ;(

Gruß
Martin

    Maria Jeanne Dompierre - 19. Juli 2013 Reply

    Hallo Martin,

    danke für das Teilen deiner Erfahrungen! Das Fahren mit dem einspurigen Liegerad muss man tatsächlich üben, sonst sieht es wirklich so aus, als hätte man zu tief ins Glas geschaut… Schön, dass du zwischen verschiedenen Fahrrädern wählen kannst.

Holger - 19. Juli 2013 Reply

… beim Liegedreirad fällt es einem schwieriger, Feld- und Waldwege mit zwei ausgefahrenen Spuren zu benutzen, da man hier klassischerweise drei Spuren beansprucht und auch oft die zweite Spur nicht erreicht. Ich will mir dennoch den Dreispurer zulegen, wenn das was mit der JobRad-Finanzierung wird (Arbeitgeber prüft). Vielleicht kannst Du ja was über das Thema Finanzierung mal posten. Vielleicht gibt es ja Händler, die entweder JobRad- oder LeaseRad-Partner sind und auch Liegeräder im Sortiment haben.

    Maria Jeanne Dompierre - 19. Juli 2013 Reply

    Hallo Holger,

    das Thema Finanzierung ist bei den hochwertigen Liegerädern sehr vernachlässigt. Ich kenne bisher keinen Händler, der das anbietet und die meisten Leute sparen Jahre lang auf ihr Liegerad. Danke für deine Anregung, ich werde mich in der kälteren Jahreszeit damit auseinandersetzen und recherchieren, damit ich einen ausführlichen Beitrag dazu zusammenstellen kann. Ich drücke dir die Daumen, damit die Finanzierung für dein Liegedreirad klappt!

      Dirk - 21. Mai 2014 Reply

      Also ich bin Händler und biete schon gut 3 Jahre eine 0,0% Finanzierung bis zu 36 Monate an.

      Liebe Grüße Dirk

        Maria Jeanne Dompierre - 21. Mai 2014 Reply

        Hallo Dirk, das ist sehr erfreulich und ein toller Service für die Kunden. Ich komme eventuell noch mal darauf zurück.

Karl Preu - 20. Juli 2013 Reply

Servus

mein erster Trike ist das Kettwiesel von Hase – einmal Probegefahren, dann nochmals, und seither begeistert auf drei Rädern unterwegs. Unglaublich schnelles Kurvenverhalten, dabei bequem -auch nach längeren Ausflügen- sitzen, keine eingeschlafenen Hände, und der Oberkörper ist entlastet, was man beim Atmen merkt. Auch die Wirbelsäule ist in einem gut angepassten Schalensitz entlastet, was gerade nach einem Tag im Büro die Suchtgefahr zu triken enorm erhöht und beim normalen Fahrrad nicht möglich ist. Ein sehr angenehmer Vorteil.

Die meisten Autofahrer machen einen größerer Bogen beim Überholen. Gefahren lauern an Einmündungen und bei ausparkenden Fahrzeugen. Mir gefällt auch, dass man der Natur viel näher ist, weil tiefliegend, die Perspektive anders. Abseits der Straße ist das Kettwiesel ohne Rohloff Schaltung nicht für schwierige Wege geeignet.

Inzwischen hab ich noch ein Scorpio fs mit E-Motor. Schnell gefaltet und verstaut und mit Schalensitz und Federung ein unglaublich komfortables Dahingleiten….. Waldwege, Feldwege, querfeldein über Wiesen, mit dem Scorpio kein Problem. Kein Kurvenflitzer wie das Kettwiesel, deshalb hat es mich einmal aus der Kurve gekippt…

Früher bin ich viel Motorrad gefahren, doch jetzt genieße ich meine Trikes, aus denen sowohl das Fahrgefühl genial ist und der Kurvenspaß nicht weniger, wenn man etwas flotter fährt. Keine dicken Schutzanzüge und das Fitnesstraining ist auch mit erledigt 😉 .

Fahrradfahren und triken sind schon unterschiedlich, vielleicht wie Schifahren und Schlittenfahren… aber erst noch die spärlichen Sommertage auf dem Trike geniessen…. ja im Winter sind glatte Straßen mit dem Trike auch sicherer, auf drei Rädern fliegt man auf Eis etc. nicht gleich um…

a scheena Gruaß

Karl

    Georg Hausherr - 18. September 2015 Reply

    Du sagst, dass abseits der Strasse die Rohloff-Schaltung unerlaesslich ist. Koenntest Du das bitte naeher erklaeren?
    Dank im Voraus.
    Georg

Maria Jeanne Dompierre - 20. Juli 2013 Reply

Danke für deine Zeilen – sehr interessant über die Unterschiede zwischen den Trikes zu lesen.
Wie schön, jemanden kennenzulernen, der auch ein Scorpion mit E-Motor fährt.

Sascha - 16. August 2013 Reply

Ich fahre mit Vorliebe “Einspur” Liegeräder. Trikes habe ich auch ausprobiert, und was mich dabei sehr gestört hat, war die Tatsache, das wenn man auf einem alten “Bauernweg” oder sehr unebene Straße fährt, sich die Lage des Trikes verändert, bzw. unter Umständen fährt man etliche Kilometer in Schräglage. Das kann man mit einem Einspurer logischerweise ausbalanzieren. Ebenso kann man auf kaputten Straßen nicht immer den Lochern und unterwachsenen Wurzeln ausweichen, da 3 Räder, das gibt hier und da mal einen kräftigen Schlag in´s Fahrwerk.

Ich habe nun gelesen, das ein Trike in der Regel etwas langsamer sein kann ? Das habe ich natürlich nicht getestet. Sicher kann ich aber sagen, das ich mich mit meinem Einspurer um die 26 Kmh bewege, das ist quasi mein Reisetempo.

Die geringe Höhe hat mich auch etwas beunruhigt, da ich auf meinem Kurzlieger schon oft übersehen werde. Man muss sich damit abfinden, egal welchen Typ Rad man kauft, das man für alle anderen Verkehrteilnehmer mitschauen muss.

Sascha

    Maria Jeanne Dompierre - 17. August 2013 Reply

    Hallo Sascha,

    super, dass ein “Einspurer” seine Perspektive mitteilt. Mitunter kann man ja schon den Eindruck gewinnen, dass das Liegedreirad nicht zu überbieten ist…

    Bei meinem Umstieg auf das “Scorpion fs” fand ich die Schräglage bei unebenen Strecken wie du es beschreibst, auch sehr unangenehm. Ich hatte manchmal sogar das Gefühl, ich könnte vom Liegerad rutschen. Nach ein paar Tagen hatte ich mich daran gewöhnt und heute empfinde ich das gar nicht mehr “schräg”, weil ich wohl automatisch mit meinem Oberkörper ausgleiche.

    Dass man auf dem Liegedreirad die Schlaglöcher mehr mitnimmt als auf dem einspurigen Liegerad, kann ich bestätigen. Mit dem “Grasshopper” konnte ich dem leichter ausweichen als heute mit den drei Rädern. Deswegen kam für mich auch nur die voll gefederte Version in Frage.

    An die geringe Höhe muss man sich beim Umstieg vom einspurigen Liegerad zum Liegedreirad auch erst gewöhnen und du hast völlig Recht: Voraussicht und Aufmerksamkeit sind auf dem Fahrrad immer sehr wichtig.

Thilo - 12. Oktober 2013 Reply

Meine allererste Einspurliege(rad)erfahrung habe ich noch gut in Erinnerung, es fügte vor Jahren auf dem Testparcours in Germersheim und ich glaube daß es für Neulinge europaweit kaum eine bessere Gelegenheit geben dürfte. Aller Anfang muß wirklich nicht schwer sein, man sollte aber zuerst mit einer gutmütigen Geometrie (flacher Steuerwinkel) anfangen! Als allererstes fuhr ich den Langlieger ATL-Klassik von Radnabel. Es ging wirklich kinderleicht, er ließ sowohl an eine Sänfte als auch an einen kleinen Lastwagen denken. Selbst freihändig geht damit so einigermaßen! Deren Modell Falter ist deutlich agiler, war dennoch auch bald gut beherrschbar. Der Grashopper von HP erinnerte an einen Golf: praktisch und solide, aber eher unaufregend. Deswegen wurde ich dann etwas übermütig, das Raptobike erwies sich als äußerst giftig im Fahrverhalten, es fuhr zunächst wohin es wollte, ich brauchte gefühlte fünf Runden bis ich es endlich zu halten vermochte. Es machte dann allerdings einen Riesenspaß, ich begann zu begreifen was für ein Geschoß so ein Liegerad sein kann.
Ein anderer Tieflieger, an den ich mich der Optik wegen zu Anfang nicht herantraute machte dann noch etwas mehr Spaß und fuhr sich obendrein zu meiner Überraschung von Anfang an nahezu problemlos: das Zox 20 Z, es ist bis heute eins meiner liebsten Spaßmobile.
In Germersheim geht so eine Bandbreite an einer Stelle an einem Tag!
Mit Dreirädern habe ich mich nie anfreunden können. Wenn ich unbedingt was zum sitzenbleiben will dann nehm ich halt nen faltbaren Campingliegestuhl mit. Davon abgesehen sehe ich eigentlich nur Nachteile an diesen Dingern. Naja, vielleicht kommt der Tag der Erleuchtung ja noch.

    Maria Jeanne Dompierre - 14. Oktober 2013 Reply

    Germersheim ist wahrlich eine tolle Gelegenheit alle möglichen Liegeradmodelle auszuprobieren.

    Super, dass du Ausgewogenheit mit deiner Vorliebe für einspurige Liegeräder in die Beurteilung bringst und danke für deine “Testurteile” von den Probefahrten.

Robert Orschall - 13. Oktober 2013 Reply

Hallo Liegeradler/in,
zufälligerweise habe ich heute diese Website gefunden und bereits den ein und anderen Film hier angesehen. Toll! Ich bin begeistert. Ein Lob an Macher und Macherin dieser gelungenen Website mit hervorragenden Inhalten.
Etwas über 10 Jahre bin ich zunächst mit meinem Flux S 600, damals als untengelenktes Liegerad extra angefertigt, da das S 600 standardmäßig nur als obengelenktes Liegerad zu kaufen war und ich es aber als angenehmer empfand die Arme nicht ständig hochhalten zu müssen. Klar, es brauchte etwas Zeit bis ich mich auf dem untengelenkten, einspurigen Liegerad sicher fühlte. Ich bin auch anfangs auf gekachelten Radwegen mit dem Vorderrad in die feuchte Fuge geraten und seitlich weggerutscht. Aber ich habe aufgrd. meiner geringen Sitzhöhe nur leichte Prellungen davongetragen. Einmal habe ich Bahngleise überqueren wollen und bin dabei in die Schienenspur geraten. Es hatte zuvor geregnet und ich hätte eigentlich diese Gefahr durch Absteigen oder Umfahren vermeiden können. Dieser Sturz war dann auch schon heftiger, da mein Vorderrad durch die Gleisführung abrupt abgebremst und umgeschlagen wurde. Gut ist dabei lediglich, daß man nicht über die Lenkstange fliegt sondern nur seitlich stürzt und dann natürlich die geringe Fallhöhe hat.
Mit meinem einspurigen Flux-Liegerad war ich jahrelang zufrieden, ich bin im Kölner Sommer und Winter täglich zu meinem Arbeitsplatz nach Leverkusen gefahren, hin und zurück insgesamt 48 km. Außerdem wurden alle Besorgungen und auch Urlaubsfahrten mit dem Liegerad bewältigt. Ein Auto gibt es seit etwa 12 Jahren nicht mehr und so kam ich zuletzt auf über 10.000 km jährlich mit meinem Flux.
Als schließlich die Liegedreiräder immer besser wurden und ich wiederholt Testfahrten auf diesen Rädern machte, war ich infiziert. Ich besuchte die Liegeradfachmesse Germerzheim, ich machte erneut Testfahrten mit verschiedenen Liegedreirädern bei zwei Fachhändlern in meiner Nähe. Aber ich konnte mich nicht entscheiden. Schließlich verkaufte ich mein Flux S 600 untengelenkt und war nun ohne Liegerad. Für Besorgungen und anderes griff ich auf mein Trekkingrad zurück. Folge: Ich vermißte mein bequemes Liegerad und so kaufte ich mir mein ICE Sprint X – 26, ein Liegedreirad von dem ich bis heute sehr begeistert bin. Ich freue mich über jede Zeit, die ich auf meinem neuen Liegedreirad verbringen darf. Kleine und große Touren – auch mit mehr Gepäck als beim Flux – führen mich durch das schöne Rheinland, bei meiner letzten Tagestour zum Niederrhein nach Xanten. Ich bin zwar nicht mehr so schnell wie auf dem einspurigen Lieger aber ich kann noch bequemer (durch den Netzsitz) längere Zeit radeln (über 10 Std. und auch über 200 km täglich). Die Gleichgewichtshaltung auf dem Einspurer führte bei mir bei großen Tagestouren auch zu einer gewissen Ermüdung. Vielleicht lag dies aber auch am Flux S 600, das eine deutliche Differenz zwischen Sitz- und Tretlagerhöhe aufweist.
Viele Grüße aus Köln und nochmals vielen Dank für die gelungene Website.
Robert

    Maria Jeanne Dompierre - 14. Oktober 2013 Reply

    Herzlichen Dank für das überschwängliche Lob!
    Zum Glück hast du dich bei deinen Stürzen nicht schwer verletzt….

    Deine Geschichte vom Flux zum ICE ist wunderbar, toll wie intensiv du dein Liegedreirad einsetzt. Ich wünsche dir viele schöne Touren mit deinem Gefährt.

Sven - 22. Oktober 2013 Reply

Hallo Liegeradler/innen,

seit nunmehr einem Jahr fahre ich ein Bacchetta Giro 20 ATT. Und ich möchte kurz erzählen, warum gerade dieses Liegerad.
Ich hatte das Rad bei “Feine Räder” in Berlin gekauft. Dort konnte ich vorher mit diversen Liegerädern probefahren und bekam eine Top Beratung. Das gute war, dass ich dort auf einem großen, parkähnlichen Innenhof ungestört fahren konnte.
Zuerst fuhr ich ein Trike (Gekko fx) und war begeistert – es fühlte sich tatsächlich wie Kartfahren an, war auch ohne Federung erstaunlich komfortabel, durch den Netztsitz.
Dann fuhr ich ein ICE Adventure – Sitzposition und zu großer Wendekreis überzeugten mich nicht.
Danach das ICE Sprint – sagenhaft schnell und tolles Fahrverhalten, aber sehr tiefe Sitzposition – für den Stadtverkehr in Berlin ungeeignet.
Das Kettwiesel hatte ich auch probiert – das wäre es eigentlich gewesen! Man sitzt klasse, es ist flott genug und man kann fast auf der Stelle wenden. Aaaaber der Preis…
Tja, und dann fuhr ich einige einspurige Liegeräder probe: Als erstes das Bacchetta Giro 20 – zuerst etwas kippelig, aber nur die ersten zehn Meter – das war viel einfacher, als ich dachte! Dieses Rad überzeugte mich sofort mit seiner Gutmütigkeit; dabei ist es aber auch sehr schnell.
Danach probiert ich die HP Speedmachine, eigentlich damals mein Favorit – allerdings war ich dann doch sehr enttäuscht, da es gegen das Bacchetta im Fahrverhalten enorm abfiel. Es fuhr sich DEUTLICH kippeliger, ohne dabei schneller zu sein. Außerdem ist die Speedmachine wegen der Federung schwerer als das Bacchetta.
Also, habe ich noch einige andere Einspurer probiert: Traix (auch etwas kippelig), Flux C900 (gut aber auch ziemlich teuer und schwerer), ein anderes Bacchetta (26″ Renner – zu extreme Sitzposition).
Am Ende entschied ich mich, wie gesagt, für das Bacchetta Giro 20 ATT. Ich kaufte es als Vorführrad, so war es deutlich preisgünstiger…
Mit diesem Radl bin ich bis heute ungefähr 3000 km gefahren und bin immernoch “verschossen” in diese Maschine. Man kann es von der Vielseitigkeit mit einem schnellen Trekkingrad vergleichen. Die längste Strecke am Stück war bisher 2x 122 km lang und ich hatte keinerlei Beschwerden vom Sitzen.
Beim Liegeradfahren muss man sich an die etwas andere Beanspruchung der Beinmuskulatur einige Zeit gewöhnen. Zu den üblichen Muskeln werden die hintere Oberschenkelmuskulatur und der große Gesäßmuskel stärker beansprucht (tut der Figur ganz gut ;-)).
Im Innenstadtverkehr bewege ich mich allerdings fast nur mit meinem normalen Fahrrad. Man ist damit einfach beweglicher und hat eine bessere Übersicht.
Aber zum Glück wohne ich ja am Rande Berlins…

Herzlichen Gruß und vielen Dank für die schöne Seite
Sven

welverwiesel - 10. Dezember 2013 Reply

Hallo an alle!
Ich möchte diese tolle Gelegenheit nutzen, um auch einmal kurz von meinen Erfahrungen zu berichten. Erst einmal frage ich mich, wie du darauf kommst, dass Einspurer höher sind als Trikes? Bei mir sieht es doch ganz anders aus: Kettwiesel, etwa 40cm Sitzhöhe, gegen ZOX 20 Z, 25cm Sitzhöhe. Beides Räder, die ich beide ohne vorherigen Vergleich mit anderen Liegerädern gekauft habe. Zuerst 2009 das Wiesel, ohne es bisher bereut zu haben. An anderer Stelle hier geäußerte Probleme mit schlechtem Antrieb (ich habe ein Differential) oder abhebendem Vorderrad kam ich nicht bestätigen. Ich möchte das Rad nicht missen und bevorzuge es bei Ausflügen mit der Familie, beim Einkauf oder als Hundeausführgerät. Das ZOX kam 2012 als schnelles, kleines, flaches Alltagsfahrrad dazu. Es wird genutzt, um im Sommer meine 40 Kilometer Arbeitsweg zurückzulegen, für die schnelle Runde zwischendurch und für Fahrten mit der örtlichen Radsportgruppe. Übersehen werde ich mit beiden Rädern nicht, auch wenn an dem Tieflieger kein Wimpel montiert ist! Aber ansonsten hast du recht: Liegeradfahren ist toll!

Dirk

    Maria Jeanne Dompierre - 10. Dezember 2013 Reply

    Hallo Dirk, danke für deinen Beitrag. Deine Schilderungen lassen die Vorstellung lebendig werden, welche Freude du mit deinen Liegerädern hast. Da hast du ja eine ganz schöne Strecke zur Arbeit, toll, dass du sie radelst! Natürlich sind nicht alle Trikes wesentlich tiefer als ein einspuriges Liegerad, aber oft. In deinem Falle sieht das natürlich anders aus und es ist gut, dass du darauf deutlich hinweist.
    Nachdem wir hier eine kritische Stimme zum Wiesel haben, ist es umso erfreulicher, dass du einen Ausgleich mit deinen guten Erfahrungen schaffst. Herzlichen Dank dafür, das hilft vielen LeserInnen, um eine ausgewogene Übersicht zu bekommen.

    Viel Freude und schöne Ausfahrten wünsche ich dir weiterhin, gerade auch jetzt in der kälteren Jahreszeit!

Lars - 5. Februar 2014 Reply

Hallo,

Trike gegen Bike… Das ist, wie alles im Leben, eine höchst individuelle Sache. Für mich gab die Tatsache, dass ich auch mal gerne geschotterte und gespurte Wege fahre den Ausschlag zum Zweirad. Ich habe auch dreispurer Probegefahren und werde mir auch irgendwann einen zulegen, wahrscheinlich wird es ein Velomobil werden.
Ich kann aber zum Einspurer auch sagen, dass Gepäck das Fahrverhalten nicht zwangsweise beeinflussen muss. Ich fahre die HP Street Machine und die bleibt selbst beladen genau so gutmütig wie unbeladen.
Zur Finanzierung über JobRad könnte ich was sagen, aber das würde den Kommentar hier sprengen. Vielleicht kontaktiert mich Maria mal per E-Mail für einen ausführlichen Bericht 🙂

Maria Jeanne Dompierre - 5. Februar 2014 Reply

Hallo Lars,

das interessiert mich. Ich melde mich bei dir.

Helga - 26. Februar 2018 Reply

Hallo, seit 20 Jahren fahre ich ein Batavus Relaxx und bin nach wie vor begeistert. Allmählich werden mir Steigungen zu anstrengend. Ich suche ein ähnliches Gefährt (einspurig)mit E-Motor. Wer hat eine Idee? Danke.

    reinhard - 7. August 2018 Reply

    Hallo Helga,

    bin zur zeit zwar per muskelkraft ( noch ) unterwegs, habe aber grossen gefallen an dieter baumanns
    atl – elektro liegerad gefunden. die sind modular und koennen binnen kuerzester zeit zum einfach rad
    “zurueck” gebaut werden.

    fahre derzeit einen “city cruiser” von M5 ligfietsen (mein erster lieger). halte die “atl’s” von radnabel bis dato zu den genialsten allraound, einradhaushalt raedern.

    beste gruesse
    reinhard

Eduard J. Belser - 26. Februar 2018 Reply

Hallo Helga

Da ist guter Rat teuer. Das Batavus relaxx wird offenbar nicht mehr hergestellt und schon gar nicht in einer E-Bike-Ausführung. Es z.B. mit einem vergleichsweise günstigen Bafang-Antrieb zu elektrifizieren, müsste grundsätzlich möglich sein. Aber wer macht es und wer garantiert, dass es nicht in ein unbefriedigendes Gebastelt mit unkalkulierbarem Ergebnis und Folgekosten ausartet? Das ist eine echte Knacknuss. Die Zweiräder von HP Velotechnik sind ab Stange mit dem tollen GoSwiss Drive-Antrieb und sogar mit der bestens dazu passenden Pinion-Schaltung ab Stange zu haben. Dieser Rat ist zwar gut, aber leider alles andere als billig, aber er bieten Qualität und Sicherheit.

In Frage käme vielleicht auch ein Liegerad von Wolf & Wolf (www.wolfundwolf.ch). Der Alpentourer AT 1 soll offenbar auf der Spezi 2018 in Germersheim in einer Elektroversion gezeigt werden.

Ich denke mir, es würde sich für Dich lohnen, Dir auf der Spezi selbst ein Bild zu machen, was für Dich in Frage kommen könnte.

Ich drücke Dir auf jeden Fall die Daumen, dass Du eine passende und für Dich bezahlbare Lösung findest.

Liebe Grüsse aus der bitterkalten Schweiz
Eduard

Kimie - 27. Februar 2018 Reply

Hallo Helga,
wenn Geld nicht die erste Rolle spielt, ist der GoSwiss ganz bestimmt vorne dabei, wenn es um Elektrifizierung geht. Wesentlich günstiger ist tatsächlich der Bafang Motor, der ebenfalls nicht schlecht ist. Es stimmt nur, er wird eben nachträglich eingebaut. Ich habe nun gerade selbst erlebt, wieviel Basteleien notwendig sein können, damit dann auch alles passt, da das Rad ja nicht für diesen Motor vorbereitet war. Dennoch bin ich jetzt mit dem Ergebnis voll zufrieden, auch wenn der Weg dahin nicht leicht war. Vielleicht kann ich dir einen leichteren zeigen, den ich leider erst nachträglich erfahren habe.

Ich habe mein Kettwiesel in Soest bei Jürgen Gerdesmeyer mit einem Bafang Motor nachrüsten lassen. Es war auch alles prima…zunächst. Aber als ich hinterher noch Fragen und Probleme hatte, war er plötzlich nicht mehr erreichbar und rief auch trotz Versprechen nicht zurück . Ich war zunächst verzweifelt, weil ich nicht wusste, wo ich jetzt hingehen sollte. Wer hilft einem schon weiter mit einem Motor, den man dort nicht gekauf hat? Den entscheidenden Tipp habe ich dann von Hasebikes aus Waltrop bekommen, und zwar die Firma Fahrrad Seiffert aus (Bad) Arolsen (bei Kassel). Der war sehr freundlich und hat den Vorteil, dass er auch fertige Räder mit Bafang Motor verkauft, auch Trikes, während der Gerdesmeyer in Soest eigentlich nur Zweiräder elektrifiziert. Mein Trike war wohl sein erstes Experiment. Daher denke ich, dass der ‘Johannes Seiffert’ mehr Erfahrung hat. Es scheint für ihn nicht wichtig zu sein, wo man das Rad oder den Motor gekauft hat. Wenn die klirrende Kälte vorbei ist, bringe ich dort mein Trike zur Inspektion hin. Ich hatte schon am Telefon das Gefühl, gut
beraten zu werden und ein gutes Preisangebot auch bezüglich Ersatzteile zu bekommen, wobei er sogar alte Ersatzteile in Zahlung nehmen will. Ich bekomme kein Geld für Werbung, ich schreibe hier nur ehrlich meine Erfahrung. Wenn du möchtest, geb ich dir die Telefonnummer bzw. die Adresse.

Viele Grüße
Kimie

Maria Jeanne Dompierre - 28. Februar 2018 Reply

Liebe Helga,

wenn ich mir deinen Einspurer so betrachte, kommt er dem Grasshopper, wie ich ihn jahrelang gefahren bin, sehr nahe. Wie der Motor, bzw. der Akku daran aussieht, weiß ich nicht.

Eine super Gelegenheit, dich bei vielen verschiedenen Herstellern zu erkundigen und gewisse Modelle probe zu fahren, ist die SPEZI am 28./29. April. Hier ist der Link: https://www.spezialradmesse.de/

Ich würde mich für dich freuen, wenn du ein passendes Gefährt findest.

Georg - 15. August 2020 Reply

Hallo Maria,

ich bin gerade wieder auf der “Jagd” nach einem neuen Liegerad und kann mich nicht recht entscheiden zwischen Trike und Einspur-Liegerad. Ich habe mir als Student ein Lightning P38 gekauft und 27 Jahre (!) mit Freude gefahren, bis es mir letzte Woche gestohlen wurde. Eigentlich hat an dem Rad alles gepasst: es ist leicht (ca. 12,5 kg), schnell, seehr wendig und trotzdem überhaupt nicht kippelig (man kann in der Fussgängerzone einfach hinter einem Fussgänger gemütlich bei ca. 4-5 km/h hinterherfahren) und Steigungen sind auch kein Problem – auch nicht die an hohen Alpenpässen. 2012 habe ich mir noch eine Rennliege – ein Bacchetta Corsa 700 zugelegt. Vieeeel schneller (Reisetempo liegt ohne Wind in der Ebene bei ca. 33 – 35 km/h) und sportlicher, aber im Stadtverkehr unpraktisch durch das hohe Tretlager und die sehr eingeschränkte Wendigkeit. Trotzdem ein Riesenspaß.

Und dann habe ich angefangen Trikes probe zu fahren … hätte ich vielleicht lieber nicht machen sollen ;). Ein ICE Sprint X 26, diverse Kettwiesel, Azub T-tris und ein e-Gekko. Die Nachteile, die meine Vorredner genannt haben, habe ich auch alle erlebt und mir jedes mal Gedacht: “da bleibste lieber beim Einspurer”. Aber irgendwie komme ich immer wieder auf die Trikes zurück. Vielleicht ist es die durch ein breites Grinsen begleitete Erinnerung an’s Go-Kart fahren als Kind oder die Erinnerung an das erste mal, als ich auf dem Gekko sitzend mit Aussicht auf den Bonner Hofgarten ein Eis genossen habe. Vielleicht ist es auch die Ästhetik – ausser dem P38 und Stick-Bikes wie dem Bacchetta finde ich die meisten alltagstauglichen Einspurer einigermassen unästhetisch … zumindest wenn man sie z. B. mit einem Azub Tri-Con oder einem Skorpion fx vergleicht.

Tja – da steh’ ich nun. Ich suche einen alltagstauglichen Ersatz für das P38. Das P38 gibt’s noch zu kaufen, aber Kettwiesel und Konsorten halten mich hartnäckig davon ab den Bestell-Knopf zu drücken …

Gruß,
Georg

Maria Jeanne Dompierre - 17. August 2020 Reply

Hallo Georg,

ich kann vom Probefahren nur dringend abraten! Suchtgefahr!
Aber nun ist es für dich zu spät 😀

Ich kann da nur einen einzigen Tipp geben:
Versuche deine Gefühle beiseite zu legen und überlege dir was dir wirklich wichtig ist.
Das Fahrgefühl oder Schnelligkeit und Leichtgewicht?

Viel Freude beim Quälen …. vielleicht schreibst du später mal, was es geworden ist.

Eduard J. Belser - 14. September 2020 Reply

Lieber Georg

Ergibt Dich doch einfach Deinen Suchtgelüsten. Jeder Tag ohne Liegetrike ist ein verlorener Tag und das ist doch schade. Die Wahl des für Dich passenden Liegetrikes kann Dir aller niemand von uns abnehmen, da musst Du auf Deinen Hintern hören müssen, auf welchem Liegetrike er sich am wohlsten fühlt. Aber Probefahrten mit unterschiedlichen Liegetrikes sind auf jeden Fall hilfreich. Ich wünsche Dir, dass nach gefälltem Kaufentscheid nicht allzu lange Lieferfristen zwischen Dir und Deinem Liegetrikeglück stehen.

Herzliche Grüsse
Eduard

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